Zweimal habe ich Phil (Amiel's Vater) angerufen, und beide Male mein Reisetagebuch, das alle E-Mails, Adressen und sonstigen Daten enthält, beim Telefon gelassen. Muss an der Nummer liegen, die löst offenbar einen Kurzschluss in meinem Gehirn aus. Das erste Mal - in Auckland - habe ich das Buch relativ rasch zurückerhalten. Das zweite Mal hingegen bin ich 30 km nach Whangamata zurück gefahren, eine leere Telefonkabine, drei mitleidig verneinend achselzuckende Ladenbesitzer und einen nicht-mitleidig verneinend grunzenden Polizisten später den gleichen kurvenreich mühsamen Weg möglichst beherrscht ein drittes Mal gefahren, um in Waihi - dem anderen möglichen Verlustort - meine Suche fortzusetzen. Die Dame auf dem Visitor Information Centre hätte mir das Buch herbeigezaubert, wäre sie nur ein bisschen länger auf der Hexenschule gewesen, und meine letzte grosse Hoffnung, die Police Station, war geschlossen. Die Wut auf mich selber wich so langsam der Resignation, ich versuchte noch mal Phil zu erreichen, wofür ich allerdings eine Telefonkarte benötigt hätte, welche ich etwa eine halbe Stunde später, von Laden zu Laden geschickt, auch tatsächlich kaufen konnte. Allgemein kann man in Neuseeland davon ausgehen, dass man alles irgendwo findet - nur nicht dort, wo man es als erstes sucht. Ich habe schon Schokolade in einem Werkzeugladen gekauft, war auf dem Internet in einer Tankstelle, und die (echte) Telefonkarte fand sich schliesslich im Spielzeuggeschäft. In der Folge stellte sich heraus, dass die schlauen Streifenpolizisten Phils Nummer aus dem Tagebuch herausgesucht hatten und ich dieses einen Block weiter abholen konnte... grad woni's nüm hätti dänkt.
Ich bin mir nicht ganz sicher, was die Lektion war bei der Geschichte (sind wohl einige), habe aber inzwischen das Buch kopiert, und Phil's Nummer kann ich jetzt auswendig (ohne Hirnschäden bisher, glaube ich).
Der Besuch im Ferienhaus am Lake Rotoma (Bilder südlich Auckland hier) hat mir extrem gefallen, ich bin etwas länger geblieben als zuerst vorgesehen, habe dafür aber den See auch wirklich geniessen können, mit Schwimmen, Speedboat fahren sowie meinen ersten Malen Segeln und (bibber) Wasserskifahren. Auf dem Bild schaue ich zwar behämmert aus der Wäsche (vielleicht doch Hirnschaden?), aber das passiert... Grosses Merci an Amiel und Celina, die mir gar keine andere Wahl gelassen haben, als die Lindesays zu besuchen!
Weihnachten am Strand war anders und lustig, besonders die mit ihren neuen Sachen auf dem Campingplatz herumtollenden Kids brachten mich immer wieder zum Lachen.
Guete Rutsch, i rütsche aus eine vo de erschte, am East Cape vo Neuseeland!!!
p.s. einige Bilder noch nördlich von Auckland hinzugefügt.
Sonntag, 31. Dezember 2006
Down to Lake Rotoma
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Mich Fuchs
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Sonntag, 24. Dezember 2006
Feliz Navidad

Wer ist schon einmal mit dem Auto auf dem Strand gefahren? Ich glaube das Schweben über dem Sand bei 100 km/h, während der Blick über die brechenden Wellen schweift, ringt auch dem hartgesottensten Automuffel ein Glücksgefühl ab. Ich habe die 85 km jedenfalls mit einem konstanten Smile im Gesicht zurückgelegt. Das Auto habe ich in Auckland gekauft, ein Mazda 626, ich kann darin auch gemütlich schlafen. Das Geld dafür zusammenzukratzen war eine extrem schwierige Übung, da auf allen Karten und Cashautomaten Limiten bestehen. Es hat mich schliesslich 10 Telefonate in die Schweiz und unendlich viel Zeit und Geduld gekostet, um die Angelegenheit zu regeln. Wer selbst zu viel Zeit hat, kann die ganze traurige Bürokratengeschichte in zwei Akten lesen: 1.Teil und 2.Teil.
Nach etwa drei Monaten ohne Fahrpraxis in einem linksgesteuerten Auto auf linksbefahrenen Strassen in einer mir unbekannten Stadt loszufahren war einer der furchterregenderen Momente meiner Reise bisher. Glücklicherweise bin ich aber ohne Unfall durchgekommen und habe inzwischen auch schon einige Kilometer hinter mir, in denen ich einige wunderschöne Ecken und endlich die langersehnten Strände gefunden habe, die Bilder hier. Das herzliche Willkommen der Familie Lindesay (Cowan und Emily kamen auch vorbei) hat mich mit einem viel besseren Gefühl gegenüber Neuseeland zurückgelassen, ich habe mit ihrer Hilfe auch ein ungefähres Bild gewonnen, wo ich überall hingehen will hier. Möglicherweise sehe ich sie noch einmal, in ihrem Ferienhaus beim Lake Rotoma.
Weihnachten verbringe ich in der unterhaltsamen Gesellschaft zweier Mädchen aus England bzw. Schottland, Joanna und Rowena, erstere habe ich schon in Mendoza getroffen.
Schöni Wiehnachte öich aune!!!
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Mich Fuchs
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Sonntag, 17. Dezember 2006
Hey from New Zealand

Die Fahrt von Mendoza nach Santiago (Bilder hier) ist imposant, auch wenn ich mich manchmal an die Schweizer Berge erinnert und mich wieder mal gefragt habe wie ich im letzten Jahr ständig daran vorbeifahren konnte ohne ständig an der Scheibe zu kleben. Die Kontrolle am Grenzübergang war gegenüber demjenigen nach Uruguay oder Bolivien extrem viel schärfer und zeitaufwändiger. Drogenhunde und Gepäckscanner liessen eine Stimmung wie am Flughafen aufkommen - nur eben in etwa 3000m Höhe mitten im Niemandsland in den Bergen.
Santiago hat mich positiv überrascht, ich habe den Tag gemütlich mit Herumlaufen verbracht.
Der Preisschock hat mich schon erreicht, das Taxi vom Flughafen Auckland zum Hostel hat 50.- gekostet, wir haben es aber immerhin durch drei teilen können da zwei Irländer, die ich schon an der argentinisch-bolivianischen Grenze und in Mendoza getroffen habe, mit an Bord waren. Der Flug war grauenvoll, habe kaum geschlafen und mich in die argentinischen Busse zurückgewünscht.
Der Empfang hier war aber sehr freundlich, bis auf einen jungen Maori der uns einiges an den Kopf geworfen hat aus der Ferne (worauf mich einer der Iren erstaunlicherweise zur Ruhe mahnte, die prügeln sich normalerweise auch sehr gern...)
Im Moment will ich eigentlich nur noch schlafen, muss aber lange auf das Check-In im Hostel warten. Ich werde mich bei Amiel's Family melden, habe schon ein Mail geschickt.
Die Tastatur hier ist tatsächlich mühsamer als diejenige in Südamerika, im Moment behelfe ich mich mit ASCII-Zeichen für die Umlaute, aber das kann's auf Dauer nicht sein...:)
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Mich Fuchs
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Dienstag, 12. Dezember 2006
Abschiedstour
Nachdem ich den Gewaltmarsch von Bolivien nach Iguazú beendet hatte (in zwei Tagen, mit fünf Busen und über 30 Stunden im Bus), wurde ich von komplett tropischen Verhältnissen begrüsst. Mit der unglaublichen Luftfeuchtigkeit war es sogar zunächst sogar mir etwas zu heiss, ich habe mich aber schnell daran gewöhnt. Ich habe Tenario (Mendoza) und die Iren Peter (Mendoza, Córdoba) und John wiedergetroffen in Iguazú, und Tenario war in einem Hostel mit Pool, worin man dank den krassen Temperaturen auch in der Nacht noch schwimmen konnte.
Die Wasserfälle sind auch noch eindrücklich wenn man die Bilder davon schon gesehen hat. Man kann sich auch in einem Schnellboot (fast) unter den Wasserfall fahren lassen, wo man allerdings vor lauter Wasser nichts mehr sieht sondern nur noch fühlt, halt wie eine Wildwasserfahrt in sehr warmen Gewässern. Das Boot hätte ich mir allerdings sparen können, weil genau in dem Moment ein tropisches Gewitter niederzugehen begann, sprich überall Wasserfall. Fotos von Iguazú und dem Weg dahin.
Danach habe ich mich auf den langersehnten Weg zurück nach Buenos Aires gemacht, dorthin zurückzukehren war fast wie nach Hause kommen.
An einem Tag war ich auf dem Recoleta Friedhof, wo sich ein riesiger Schrein an den nächsten reiht, ein Denkmal dafür, wieviel man für tote Leute ausgeben kann. Den Schrein von Evita findet man dort ebenfalls.
Jedenfalls habe ich spielhalber nach meinem Namen gesucht, und bald eingesehen, dass dieser unter den vielen spanischen Namen schwerlich zu finden ist (was ja auch irgendwo besser so ist..). Gefunden - oder fast - habe ich ihn dann einige Blocks vom Friedhof entfernt. Später habe ich dann das Foto betrachtet und noch den Schriftzug rechts davon gelesen, womit mir in Verbindung mit dem Friedhof noch einmal die Nackenhaare zu Berge standen...
Fotos vom neuerlichen Besuch Buenos Aires'.
Ich habe mir auch endlich eine Brille für meine gestressten Augen gekauft, was eine spanische Herausforderung war, vor allem weil man hier nicht einfach zum Optiker, sondern zuerst noch zum Augensarzt geht. Nach über 10 Jahren wieder einmal in der Öffentlichkeit mit einer Brille herumzulaufen kam mir äusserst schräg daher. Mein Unterbewusstsein hat auf das Nasengestell mit "Sonnenbrille!" reagiert und sie mich auf den Kopf schieben lassen im Laden, bis das Bewusstsein gemeldet hat, dass ich so aber nicht allzu viel sehe. Ein Bild von mir und der Brille gibts hier...
Heute bin ich in Mendoza zur zweiten und letzten Station meiner Abschiedstour Argentiniens angekommen um noch einmal zwei Tage am Pool die Sonne zu geniessen, bevor es wohl am Samstag wirklich abgeht auf Neuseeland. Ganz ausgeschlossen habe ich immer noch nicht, dass ich im letzten Moment den Flug verschiebe...
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Mich Fuchs
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21:00
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Montag, 4. Dezember 2006
Einmal Bolivien retour

In zwei Stunden geht schon wieder mein Bus, und da Busfahren gerade meine Hauptbeschäftigung stellt, schreibe ich etwas davon...
Von Córdoba bin ich nach Salta gefahren, eine Stadt die mir für einmal nicht allzu sehr gefallen hat. Von dort habe ich einen Bus Richtung Humahuaca (einmal ausprechen bitte, Betonung auf zweitletztem a) genommen, einem Ort im Niemandsland drei Stunden vor der bolivianischen Grenze. Da in argentinischen Bussen die Haltestelle nie durchgegeben wird und selten bis nie angeschrieben ist, fragte ich bei einem Stop etwas vor meiner vorgesehenen Ankunftszeit, ob die nächste Station Humahuaca sei, was der Chauffeur bejahte. Eine Stunde später, mit einigen Befürchtungen im Bauch, sah ich dann ein Schild: 'Humahuaca 60 km' - in die andere Richtung leider. Ich war nicht so ganz zufrieden mit dem Fahrer, der aber einlenkte und sogar anbot, mich in einen entgegengesetzten Bus zu transferieren, was ich aber dankend ablehnte. Glücklicherweise fuhr auch ein Brasilianer bis zur Grenze und konnte mir einige Infos geben. Bilder von Salta und dem Weg zur Grenze hier.
Der bolivianische Bus von der Grenze nach Tupiza war ein Beispiel dafür, wie minus (kaum Federung) mal minus (Schotter"strasse") wieder plus (Massagesitze) geben kann. Ich hatte mir schon einige Geschichten über Bolivien angehört, und fand das Ganze doch erträglich, auch mit dem Geruch im Bus, der verrät dass die wenigsten Insassen diese Woche schon geduscht, oder ihre Kleider gewaschen haben.
Auf dem Rückweg von Tupiza sass dann nicht mehr der Brasilianer Anderson neben mir, womit ich auch noch das Prinzip von 'jeden Platz ausnützen - und keine falsche Scheu' am eigenen Leib erfahren durfte.
Der Weg von der argentinischen Grenze zurück nach Jujuy wird von vielen Busunternehmen befahren, ich erwischte jedoch einen, der jedem bolivianischen Bus zur Ehre gereicht hätte, und ich war auch der einzige Touri, der sich in ihn verirrt hatte. Um 1:00 in der Nacht hiess es dann aussteigen zur Polizeikontrolle. Ich hatte keine Linsen in den Augen, weshalb ich mich dem Beamten bis auf ca. 20cm näherte, um seine Gesichtszüge zu sehen. Die sahen dann auch dementsprechend irritiert aus.
Im Moment bin ich noch in Jujuy, fahre über Nacht nach Corrientes und sogottwill gerade weiter nach Iguazu, den berühmten Wasserfällen an der brasilianischen Grenze.
sevuzumböss.
Bolivien war für mich der erwartete Gegensatz zum grösstenteil "europäischen" Argentinien, leider wäre es zu zeitspielig gewesen, bis zum Salar von Uyuni (grösster Salzsee der Welt) zu gehen - ein ander Mal. Ich habe auch versucht meinen Flug zu verschieben, was aber (wie so vieles) in Bolivien sehr komplziert war und mir nicht gelungen ist. Die Regenzeit ist ebenfalls angebrochen, scheint aber kein grosses Hindernis zum Reisen zu sein, und bietet einige spektakuläre Anblicke. Bilder von Bolivien.
Ich hatte den ersten Kleidertotalschaden, der Reissverchluss meines kleinen Rucksacks gibt langsam den Geist auf, und ich habe inzwischen schon fast chronisch entzündete Augen und immer nur eine Linse drin. Sonst alles bestens.
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Mich Fuchs
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17:43
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