Freitag, 22. Juni 2007

Usplampe


Nachdem ich an der vietnamesischen Grenze einige Zeit zugeschaut habe, wie Pässe mit Geldscheinen an mir vorbeiwandern und direkt auf dem Pult des Beamten landen, wurde es mir zu bunt und ich begann auszurufen. Die Leute haben sich ein bisschen einschüchtern lassen und so bin ich schliesslich doch noch an die Reihe gekommen, ohne Bestechungsgeld zahlen zu müssen.
In der Hauptstadt Kambodschas, Phnom Penh, habe ich drei Tage damit zugebracht, die Stadt gerne zu bekommen und bin gescheitert. Zu viel Lärm, zu viel Stress, zu oft "Tuk-tuk?" und zu viel Abfall auf den Strassen. In zwiespältiger Erinnerung wird mir der Besuch des S-21, einem ehemaligen Foltergefängnis zu Zeiten des Khmer Rouge Regimes (1975-1979) bleiben, der Ort strahlt immer noch die unbeschreiblichen Greuel aus, es ist ein Denkmal für die unfassbare Grausamkeit, zu der die Menschheit fähig ist, und hat mich ohne Luft zurückgelassen.
Am quietschenden (wenn man darüberläuft) Strand von Sihanoukville, der wohl bekanntesten Beachdestination in Kambodscha, war für einmal genug Platz um sich etwas abzusetzen von den Liegestühlen und Krimskramsverkäufern. Der Strand hat mich sogar ein klein bisschen an den Cable Beach in Broome erinnert, mit dem feinen Sand, den sandkügelchendrehenden Krebsen und dem reflektierenden Wasserfilm. Bilder von Phnom Penh und Sihanoukville hier.
Der Trip nach Koh Chang enthielt viermal auf einem Holzfloss den Fluss überqueren und die Fähre auf die Insel selbst. Auf halbem Weg wurden wir von der Regenzeit eingeholt und kamen nass und müde nach Einbruch der Dunkelheit am "Lonely Beach" an, der sich inzwischen als nicht ganz einsam herausgestellt hat, aber wohl ein guter Ort ist, um diese lange Reise entspannt ausklingen zu lassen.
Ich melde mich noch einmal von Bangkok aus, kurz vor dem Heimflug!

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Freitag, 15. Juni 2007

Fusspalaver


Endlich wieder Sand unter den Füssen! Die Strände Vietnams haben mich allerdings nicht von den Socken gehauen, sie waren etwas zu stark bevölkert, in Nha Trang fand auch noch gerade ein Beach Festival statt (sprich riesige Menschenmengen, das nebenstehende Bild ist nicht sehr repräsentativ), und die Kurzsicht im Wasser hat mir das Schnorcheln schnell ausgetrieben.
Dank zweier Nachtzüge und einem Nachtbus bin ich recht schnell vom Norden nach Saigon gelangt. Der Bus hat mir wieder einmal eine unangenehme Erfahrung beschert, so bin ich ohne Kontaktlinsen während einem nächtlichen Stopp Richtung Toilette gelaufen, um im unbeleuchteten WC in einen du weisst schon was zu treten, ich hoffe immer noch, der Hund im Eingang war dafür verantwortlich. Trotz motiviertem Grastreten waren die Viets für einmal ungemein schnellgmerkig und haben meine Schuhe kurzerhand unter Quarantäne im Gepäckraum gestellt.
Erfreulicher waren die Erlebnisse in Hue und Hoian, wo die konstante Geldausdentaschenzieherei in verringertem Mass vorhanden war, und ich viele lachende und freundliche Menschen angetroffen habe.
In Saigon hingegen war ich nach zwei Stunden kurz vor dem Durchrasten, ich musste mich an einer Stelle gegen drei Motofahrer, Sonnenbrillen- und Buchverkäufer gleichzeitig wehren. Genau zur rechten Zeit habe ich dann einen Basketballplatz gefunden und mit einem Australier einige Bälle werfen können, die Glückshormone haben den Ärger sofort verdrängt. Meine Füsse haben den Spass bezahlt, da ich nur Flipflops dabei hatte, spielte ich barfuss und habe mir auf dem rauhen Platz eine Riesenblase eingefangen.
Morgen entfliehe ich Saigon bereits und kehre zurück nach Kambodscha.
Die Bilder von Hue bis Saigon sind hier.

So, und mein Vagabundenleben geht langsam dem Ende zu... es sieht im Moment so aus als würde ich wie geplant am 6.Juli nach Hause fliegen, in weniger als drei Wochen!! Zuvor werde ich aber noch einige faule Tage am Strand verbringen, wahrscheinlich auf Koh Chang in Thailand.

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Donnerstag, 7. Juni 2007

Hanoi


Eine Flugstunde hat gereicht, um vom verschlafenen Laos (letzte Bilder aus dem Norden) in eine andere Welt zu gelangen. Hanoi ist auf seine Art hektischer als Bangkok, ein einziger Ameisenhaufen. Die Huperei auf den Strassen erreicht immer wieder den Sättigungspunkt, wo jedes weitere Hupen untergeht und Sinn und Zweck verliert. Die Stadt hat, so habe ich gehört, drei Millionen Motorräder, ich glaube sie in den drei Tagen hier alle mindestens einmal gesehen zu haben. Entsprechend wird man hier nicht mit 'Tuktuk?' angesprochen, sondern mit dem unaufhörlichen 'Motorbike?'. Die Ampeln haben eine rein dekorative Funktion, was das Überqueren der Strasse zum Abenteuer für sich macht. Der nervenaufreibende Trick dabei ist, langsam und stetig zu laufen, damit die Autos und Motorräder deine Position gut einschätzen können und einen (kleinen) Bogen um dich machen.
Trotzdem besitzt die Stadt für mich einen unterschwelligen Charme, der die Unannehmlichkeiten beinahe aufzuwiegen vermag. Heute abend gehe ich weiter, mit dem Nachtzug Richtung Süden.
Ich habe eine zweitägige Bootstour zur Halong Bay gebucht, offenbar lässt dies kein einziger Besucher Hanois aus, weshalb das Ganze unbeschreiblich tour-istisch ist. Die dreitausend Kalksteininseln in der Bucht erzeugen aber eine mythische Stimmung, der Sonnenuntergang auf dem Boot (Bilder hier), sowie ins Meer zu springen vom Dach der Dschunke aus, haben den Trip für mich zu einer sehr schönen Erfahrung gemacht - trotz einer Nacht mit Karaoke (betrunkene Vietnamesen können definitiv nicht singen), Kakerlaken, und zu wenig Strom und Wasser. Unglaublicherweise habe ich sogar einige Dollars zurückerhalten von der Reiseagentur, nachdem ich diese Missstände beklagt habe. Vietnam scheint generell seine elektrischen Probleme zu haben, letzte Nacht hatte mein Hotel keinen Strom, womit diese ventilatorfrei so richtig heiss wurde.
Ich habe wieder Skorpione gefunden, beziehungsweise sie sind mir über den Weg gelaufen, in einer Schüssel und einem Netz einer Vietnamesin. Wenn ich die Zeichensprache richtig verstanden habe essen sie diese Skorpione! Vielleicht kann Alain Auskunft geben wie sie schmecken, ich hatte gerade keine Lust sie zu versuchen.

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