Dienstag, 31. Juli 2007

Bern


Eigentlich war dieser Blog mit der vorherigen Nachricht Geschichte. Einige sehr herzige Aufmunterungen haben mich aber davon überzeugt, diesen kleinen Nachtrag anzufügen und mitzuteilen, wie es mir in heimatlichen Gefilden so gefällt.
Seit dem Heimflug ist die Zeit wie im Fluge vergangen, jeder Tag hinterlässt zwei bis drei Datümer, und nach über drei Wochen zuhause frage ich mich doch langsam, wann diese hastige Uhr endlich stehen bleibt um Luft zu holen. Ich hege die zuerst hartnäckig aber schlussendlich vergeblich verdrängte Vermutung, dass dies wohl erst mit geregeltem Tagesablauf und einem den Feierabend hereisehnenden Job der Fall sein wird. Die Suche danach läuft erst langsam an, und mein neues Dusch ("anti hangover mit
Mg-O2, bringt dich von 0 auf 100 - egal wie kurz die Nacht war") bringt auch nicht den versprochenen Effekt.
Meine Wohnung habe ich von meinem Untermieter gesund und munter wiedergekriegt, allerdings stehen die Bananenkisten mit meinem Plunder beinahe alle noch im Keller, nur das Nötigste wurde bereits heraufgeholt. Vielleicht konserviere ich mir so etwas mehr meiner Freiheit, man sagt Besitz wirkt in zwei Richtungen, oder - mit grösserer Wahrscheinlichkeit - mit dem Ausmisten zu beginnen scheint nicht verlockend genug.
Immerhin habe ich schon einige meiner Vorsätze erfüllt, indem ich ziemlich oft in der sympathisch kalten Aare und zwei Mal in den Bergen war. Einige heimatliche Bilder zum Vergleich ;). Nach der obligatorischen Wiedereinbürgerungsprozedur, bestehend aus Besuch und Gutfinden des Schwingfests auf dem Rigi, bin ich auch schon wieder als echter Schweizer akzeptiert.
Insgesamt ist das Heimkommen einfacher als ich erwartet habe, die Vorfreude hat sich nahtlos in Freude verwandelt, die meisten meiner Freunde kennen mich noch, die Berner laufen so langsam und gemütlich durch Bern wie eh und je, die Konfibrötli sind sogar noch besser als ich in Erinnerung hatte, und die anaerobe Phase im Korbballtraining wird kürzer und kürzer.
So, nun habe ich also aus "passiert ist nichts" einen Paragrafen herausgequa/etscht, sagt doch auch mal was, Herr und Frau Schüüch!:)

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Montag, 2. Juli 2007

Hei cho


Das Sonne tanken auf Koh Chang ist grösstenteils ins Wasser der Regenzeit gefallen (Bilder der Insel hier). Trotzdem habe ich die gleichförmigen und ruhigen Tage geniessen können, auch ohne viel Sonnenschein kann man lesend am Strand liegen, und die Regengüsse lassen sich bei Thai-Food gut im Restaurant überbrücken. Wo mir an einem Abend doch tatsächlich eine etwa 30cm lange Echse in den Schoss gesprungen ist, von der Sorte, die neben erschrecken auch noch weh tut, wenn sie einem aus vier Metern Höhe auf den Oberschenkel fällt. Nach ein paar Sekunden gegenseitigem Anstarren habe ich entschieden, dass dies kein Haustier ist und sie mit sanftem Anstossen überzeugt das Weite zu suchen.

Nach fast neun Monaten unterwegs, reichen am Freitag etwa 14 Stunden Flug (hoffentlich, ich fliege über London), um mich zurück in die Schweiz zu bringen... hat etwas Surreales. Aber ich finde doch, dass es an der Zeit ist nach Hause zu kommen, für schweizerische Qualitäten wie meine lieben Leute, anständigen Käse, Schoggi und Milch, und ein Kissen das mir nicht den Hals bricht. Zudem haben sich auch sehr viele Eindrücke und Erlebnisse angesammelt, und ich glaube einige davon müssen erst richtig einsinken, etwas das zuhause in gewohnter Umgebung viel leichter sein sollte.
Ich fühle eine tiefe Zufriedenheit und Dankbarkeit, dass ich mir diesen grossen Traum verwirklichen konnte. Dass dies keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist, wurde mir vor allem in Südamerika und in Asien ständig vor Augen geführt.
Last but far from least: Einen Herzensdank euch allen, die ihr mich mit Mails, auf dem Blog, persönlich unterwegs (Gruss nach Deutschland:), mit mitgeschickten Schutzengeln oder einfach guten Wünschen begleitet habt!!!
Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl, sich am andern Ende der Welt zu befinden, mit dem Wissen in ein Zuhause mit Familie und Freunden wie euch zurückkehren zu können. Ich hoffe euch nach meiner Rückkehr möglichst bald wiederzusehen.

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Freitag, 22. Juni 2007

Usplampe


Nachdem ich an der vietnamesischen Grenze einige Zeit zugeschaut habe, wie Pässe mit Geldscheinen an mir vorbeiwandern und direkt auf dem Pult des Beamten landen, wurde es mir zu bunt und ich begann auszurufen. Die Leute haben sich ein bisschen einschüchtern lassen und so bin ich schliesslich doch noch an die Reihe gekommen, ohne Bestechungsgeld zahlen zu müssen.
In der Hauptstadt Kambodschas, Phnom Penh, habe ich drei Tage damit zugebracht, die Stadt gerne zu bekommen und bin gescheitert. Zu viel Lärm, zu viel Stress, zu oft "Tuk-tuk?" und zu viel Abfall auf den Strassen. In zwiespältiger Erinnerung wird mir der Besuch des S-21, einem ehemaligen Foltergefängnis zu Zeiten des Khmer Rouge Regimes (1975-1979) bleiben, der Ort strahlt immer noch die unbeschreiblichen Greuel aus, es ist ein Denkmal für die unfassbare Grausamkeit, zu der die Menschheit fähig ist, und hat mich ohne Luft zurückgelassen.
Am quietschenden (wenn man darüberläuft) Strand von Sihanoukville, der wohl bekanntesten Beachdestination in Kambodscha, war für einmal genug Platz um sich etwas abzusetzen von den Liegestühlen und Krimskramsverkäufern. Der Strand hat mich sogar ein klein bisschen an den Cable Beach in Broome erinnert, mit dem feinen Sand, den sandkügelchendrehenden Krebsen und dem reflektierenden Wasserfilm. Bilder von Phnom Penh und Sihanoukville hier.
Der Trip nach Koh Chang enthielt viermal auf einem Holzfloss den Fluss überqueren und die Fähre auf die Insel selbst. Auf halbem Weg wurden wir von der Regenzeit eingeholt und kamen nass und müde nach Einbruch der Dunkelheit am "Lonely Beach" an, der sich inzwischen als nicht ganz einsam herausgestellt hat, aber wohl ein guter Ort ist, um diese lange Reise entspannt ausklingen zu lassen.
Ich melde mich noch einmal von Bangkok aus, kurz vor dem Heimflug!

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Freitag, 15. Juni 2007

Fusspalaver


Endlich wieder Sand unter den Füssen! Die Strände Vietnams haben mich allerdings nicht von den Socken gehauen, sie waren etwas zu stark bevölkert, in Nha Trang fand auch noch gerade ein Beach Festival statt (sprich riesige Menschenmengen, das nebenstehende Bild ist nicht sehr repräsentativ), und die Kurzsicht im Wasser hat mir das Schnorcheln schnell ausgetrieben.
Dank zweier Nachtzüge und einem Nachtbus bin ich recht schnell vom Norden nach Saigon gelangt. Der Bus hat mir wieder einmal eine unangenehme Erfahrung beschert, so bin ich ohne Kontaktlinsen während einem nächtlichen Stopp Richtung Toilette gelaufen, um im unbeleuchteten WC in einen du weisst schon was zu treten, ich hoffe immer noch, der Hund im Eingang war dafür verantwortlich. Trotz motiviertem Grastreten waren die Viets für einmal ungemein schnellgmerkig und haben meine Schuhe kurzerhand unter Quarantäne im Gepäckraum gestellt.
Erfreulicher waren die Erlebnisse in Hue und Hoian, wo die konstante Geldausdentaschenzieherei in verringertem Mass vorhanden war, und ich viele lachende und freundliche Menschen angetroffen habe.
In Saigon hingegen war ich nach zwei Stunden kurz vor dem Durchrasten, ich musste mich an einer Stelle gegen drei Motofahrer, Sonnenbrillen- und Buchverkäufer gleichzeitig wehren. Genau zur rechten Zeit habe ich dann einen Basketballplatz gefunden und mit einem Australier einige Bälle werfen können, die Glückshormone haben den Ärger sofort verdrängt. Meine Füsse haben den Spass bezahlt, da ich nur Flipflops dabei hatte, spielte ich barfuss und habe mir auf dem rauhen Platz eine Riesenblase eingefangen.
Morgen entfliehe ich Saigon bereits und kehre zurück nach Kambodscha.
Die Bilder von Hue bis Saigon sind hier.

So, und mein Vagabundenleben geht langsam dem Ende zu... es sieht im Moment so aus als würde ich wie geplant am 6.Juli nach Hause fliegen, in weniger als drei Wochen!! Zuvor werde ich aber noch einige faule Tage am Strand verbringen, wahrscheinlich auf Koh Chang in Thailand.

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Donnerstag, 7. Juni 2007

Hanoi


Eine Flugstunde hat gereicht, um vom verschlafenen Laos (letzte Bilder aus dem Norden) in eine andere Welt zu gelangen. Hanoi ist auf seine Art hektischer als Bangkok, ein einziger Ameisenhaufen. Die Huperei auf den Strassen erreicht immer wieder den Sättigungspunkt, wo jedes weitere Hupen untergeht und Sinn und Zweck verliert. Die Stadt hat, so habe ich gehört, drei Millionen Motorräder, ich glaube sie in den drei Tagen hier alle mindestens einmal gesehen zu haben. Entsprechend wird man hier nicht mit 'Tuktuk?' angesprochen, sondern mit dem unaufhörlichen 'Motorbike?'. Die Ampeln haben eine rein dekorative Funktion, was das Überqueren der Strasse zum Abenteuer für sich macht. Der nervenaufreibende Trick dabei ist, langsam und stetig zu laufen, damit die Autos und Motorräder deine Position gut einschätzen können und einen (kleinen) Bogen um dich machen.
Trotzdem besitzt die Stadt für mich einen unterschwelligen Charme, der die Unannehmlichkeiten beinahe aufzuwiegen vermag. Heute abend gehe ich weiter, mit dem Nachtzug Richtung Süden.
Ich habe eine zweitägige Bootstour zur Halong Bay gebucht, offenbar lässt dies kein einziger Besucher Hanois aus, weshalb das Ganze unbeschreiblich tour-istisch ist. Die dreitausend Kalksteininseln in der Bucht erzeugen aber eine mythische Stimmung, der Sonnenuntergang auf dem Boot (Bilder hier), sowie ins Meer zu springen vom Dach der Dschunke aus, haben den Trip für mich zu einer sehr schönen Erfahrung gemacht - trotz einer Nacht mit Karaoke (betrunkene Vietnamesen können definitiv nicht singen), Kakerlaken, und zu wenig Strom und Wasser. Unglaublicherweise habe ich sogar einige Dollars zurückerhalten von der Reiseagentur, nachdem ich diese Missstände beklagt habe. Vietnam scheint generell seine elektrischen Probleme zu haben, letzte Nacht hatte mein Hotel keinen Strom, womit diese ventilatorfrei so richtig heiss wurde.
Ich habe wieder Skorpione gefunden, beziehungsweise sie sind mir über den Weg gelaufen, in einer Schüssel und einem Netz einer Vietnamesin. Wenn ich die Zeichensprache richtig verstanden habe essen sie diese Skorpione! Vielleicht kann Alain Auskunft geben wie sie schmecken, ich hatte gerade keine Lust sie zu versuchen.

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Montag, 28. Mai 2007

Norden Laos


Der "VIP" Nachtbus nach Vientiane ist für very important persons mit sehr kurzen Beinen gedacht. Die alten Platznummern verraten, dass ursprünglich nur 25 Sitze vorhanden waren, inzwischen aber jemand auf die brilliante Idee gekommen ist, das Ganze zu rationalisieren und 40 Sitze hineinzuquetschen. Da der Sitz vor mir nicht in aufrechte Position gebracht werden konnte (meine Knie widerstanden hartnäckig), erhielt ich glücklicherweise den Sitz zuhinterst mit dem Gang vor mir.
Im gebuchten Zimmer in Vientiane begrüssten mich in den ersten fünf Minuten drei Kakerlaken und sangen mir ein süsses Lied von sofort ausziehen vor. Nach eineinhalb Stunden Guesthouses sichten bin ich in einem verhältnismässig extrem teuren (16.-) Hotel gelandet, weshalb ich wie erzählt den grandiosen Federer-Nadal Match mitverfolgen konnte. Vientiane bietet nicht allzu viel, zumindest auf den ersten Blick, da hat Herman vollkommen recht.
Ein bisschen weiter im Norden befindet sich die Touristenhochburg Vang Vieng, welche vor allem mit Tubing (sich-auf-aufgeblasenen-Traktorschläuchen-den-Fluss-hinuntertreiben-lassen) glänzt. Entlang dem Fluss kann man sich von jensten Podesten schwingen und dann plumpsen lassen, ein Heidengaudi:). Viele Touris schaffen allerdings nicht die ganze Distanz (4 km) und bleiben besoffen in einer der zahlreichen Bars hängen. Ich bin gerade am Anfang vom Tubing wieder mal einer Schlange im Wasser begegnet, genau dort wo ich mich abstützen wollte, brrr...
In der Umgebung gibt es auch einige Höhlen, beeindruckend war für mich vor allem der Moment, als ich in der grössten davon (3 km lang) für einige Minuten keinen Ausgang mehr fand und gleichzeitig die Taschenlampe langsam schwächer wurde. Hinterher habe ich dann auch noch eine Schauergeschichte gehört, dass letztes Jahr einer gestorben sei in dieser Höhle. Na gut, nächstes Mal mit Führer...
Luang Prabang, noch weiter im Norden, war für lange Zeit extrem isoliert vom Rest der Welt, da keine anständige Strasse über das Kalksteingebirge vorhanden war. Inzwischen ist der Weg geteert, der Bus braucht aber bei Tempo 35km/h sieben Stunden von Vang Vieng aus. Die ungefähr 3187 Kurven führen durch eine fantastische Landschaft mit wunderbaren Aussichten, was den Trip halbwegs erträglich macht. Gemeinerweise habe ich auf halbem Weg bemerkt, dass ich meinen mp3-Player in einem Internet-Café liegen gelassen habe, und so habe ich schliesslich drei Tage in Folge auf dieser Strecke verbracht. Den Player habe ich aber unglaublicherweise zurückerhalten, und wieder einmal riesiges Glück gehabt. Die dritte Fahrt hatte es speziell in sich, da ich meine eineinhalb Sitze mit einer Laotin und ihrem Sohn teilen musste, letzterer hat sich alle dreizehn Kurven übergeben - was mich immerhin beschäftigt gehalten hat (Plastiksäcke und Taschentücher reichen, Fenster aufmachen zum Rausschmeissen (die Plastiksäcke)). Nicht zuletzt unter diesem Eindruck verzichte ich auf die etwa 36stündige Fahrt nach Vietnam und fliege lieber, nächsten Sonntag nach Hanoi.
In Laos bin ich immer wieder den gleichen Leuten (Touristen) begegnet, es gibt halt nicht extrem viele Routen, die man einschlagen kann. Das hat aber durchaus seinen Reiz, da man auch die gleichen Orte gesehen hat und so den Erzählungen sehr lebendig folgen kann.
Bilder aus dem Norden von Laos hier, zwei davon hat der Koreaner Jin geschossen. Beim Süden sind auch noch drei nicht so wichtige hinzugekommen.

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Donnerstag, 17. Mai 2007

Süden Laos


Die Bewohner von Laos sehen alles was in Stress ausartet als überflüssig an. Dies hat nicht einfach zur Folge, dass jeder faul herumliegt (nur ein bisschen), sondern vor allem, dass alles mit einer gesunden Portion Gelassenheit angegangen wird. Sieht man dem breiten braunen Mekong beim talwärts fliessen zu, driftet man mit, dieser Metalität entgegen.
Auf der Strasse werde ich als Tourist ständig von Kindern angesprochen, aber nein, diesmal nicht für Geld. Das lachende "Sabaidii" wechselt sich mit dem gleichbedeutenden "Hello" ab, und wiederholt sich zum Teil bis man ausser Hörweite ist. Manchmal wollen sie auch Hände schütteln, dann natürlich nicht nur einmal. Hoffentlich bleibt diese aufrichtige überschäumende Freundlichkeit lange erhalten, und bricht nicht unter dem stärker aufkommenden Tourismus zusammen wie etwa in Thailand. Die Menschen scheinen mir, hier und auch schon in Kambodscha, sehr zugänglich, eifach zu verstehen auf eine nonverbale Art.
Es ist spannend die verblassenden Zeichen der französischen Kolonialpräsenz zu sehen, etwas wofür ich ausserdem sehr dankbar bin sind die anständigen Baguettes!
Die siebenstündige Busfahrt (für etwa 230km) von Pakse nach Savannaketh hat mich trotz buddhistisch verstärkter Ruhe ziemlich an die Grenze meiner Leidenstoleranz gebracht. Für den nächsten Abschnitt (450km in die Hauptstadt Vientiane) nehme ich den VIP Bus, mal sehen ob's hilft.
Einige Bilder aus dem Süden Laos'.

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Freitag, 11. Mai 2007

Angkor


Der Grenzübergang von Thailand nach Kambodscha hat den Ruf, der unfreundlichste in Südostasien zu sein. Zudem habe ich auf dem Internet einige ziemlich abgefahrene Stories gelesen, wie die Taximafia auf kambodschanischer Seite die Touristen ausnimmt, zum Beispiel bis zu drei Mal mit Ausladen im Niemandsland zum Nachzahlen erpressen. Auf der Busreise von Bangkok zur Grenze habe ich die Schotten Ben, Mark und Esme kennengelernt, welche von all dem nichts gehört hatten.
Nachdem die Thaiseite dem zweifelhaften Ruf gerecht wurde (ich wurde schier verhaftet weil ich die Emigration Card gefaltet hatte), mussten wir vier Franken "Tea Money" bezahlen, damit wir das Kambodscha-Visa erhielten. Zu Beginn der Verhandlungen wollten sie sogar mehr als zwölf.
Wie erwartet wurden wir auch sofort in Beschlag genommen von haufenweise Typen, die uns in Taxis stecken wollten. Einige davon behaupteten für die Regierung zu arbeiten, als Massnahme gegen die ganze Abzockerei, und meinten wir sollen keinem vertrauen, der uns zu etwas dränge. Das Taxi wollten sie aber dann trotzdem für uns organisieren. Nach einer Weile habe ich ihnen die Rolle abgenommen (sie sahen auch tatsächlich ehrlicher aus als einige andere), und wir haben uns in ein Taxi setzen lassen, das uns ohne Umwege, viel zu schnell über eine teuflische Holperstrasse (man munkelt Thai Airways bezahle die Regierung in Kambodscha, damit dies auch so bleibt) nach Siam Reap (der Stadt nahe Angkor) gebracht hat.
Ein Australier und seine Gruppe, welche ich an der Grenze traf (und warnte) hatten weniger Glueck, sie kamen etwa vier Stunden spaeter an, die Direktbuse von Bangkok aus haben die Tendenz möglichst lange herumzufahren, um dann die ermüdeten Touris vor dem höchstschmierenden Hotel abzuladen.
À propos Hotel, ich hatte zum ersten Mal seit Argentinien einen TV auf dem Zimmer, hatte nicht nur gute Auswirkungen;)...
Obwohl sich das Wetter sich seit Thailand nur unwesentlich gebessert hat, war Angkor ein beeindruckendes Erlebnis. In drei Tagen habe ich längstens nicht alle Tempel erkunden können (und wollen). Die Vorstellung, dass dies vor nicht ganz tausend Jahren alles zu einer einzigen Stadt gehört hat, mit einer Million Einwohnern, ist beinahe unfassbar. Heute entsteht eine neue Stadt; Foodstalls, Souvenirstände mit Kleidern, Schnitzereien und Gemälden, zahllose Kinder die Postkarten, T-Shirts und andern Kram (Holzflöten!?) verkaufen, sowie Landminenopfer als Musiker säumen die Strassen und Wege. Im Tempelinneren ist man glücklicherweise sich selbst überlassen, mit einer Bewegungsfreiheit wie sie in Europa in historischen Bauten undenkbar wäre.
Einige Bilder von Angkor Wat & Co hier, leider hat das Licht nicht ganz mitgespielt.
Morgen reise ich in den Süden von Laos, komme aber wohl noch einmal durch Kambodscha auf dem Rückweg.

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Sonntag, 6. Mai 2007

Bangkok


Das unablässig wuselnde, hektische Treiben Bangkoks, vor allem in der Backpackerhochburg rund um die Khao San Road, ist ein einziges Staunen. Es fühlt sich an, als seien alle Rucksackreisenden, Aussteiger, Abenteurer, verlorenen Seelen an diesem einen Ort zusammen gekommen, um sich unter Ihresgleichen aufzuhalten, in einer unpersönlich anonymen, geldbeutelfreundlichen Umgebung, die alles Vorstellbare bietet. Auf der Strasse kauft man ohne Probleme Raubkopien von CD's, für nicht ganz vier Franken, oder jedwede Art von gefälschtem Ausweis. Von den Strassenrändern wird man bei jedem zweiten Schritt angesprochen, Tuktuk, Taxi, Thai Massaaaage, Hey mister where do you come from? Vielfach wird einem die Hand gereicht, um dich dann freundlichst festzuhalten während du bearbeitet wirst. Anderes geht dafür gar nicht, so zum Beispiel selbst eine CD zu brennen... überall will man mir dies unfreundlichst abnehmen, um etwas mehr zu verdienen. Ich bin immer noch daran, mich irgendwo reinzuschleichen und den CD-Burner zu benutzen bevor sie's gemerkt haben. Ein Rätsel, welches mir etwas Kopfzerbrechen bereitet ist, wer all den Food aufisst, der an jeder Ecke angeboten wird... Wo die Strasse nicht mit Kleidern oder wartenden Tuktuks vollgestellt ist, findet man bestimmt eine kleine Bude mit Padthai (gebratene Nudeln) oder Curries, Fleischspiessen, Pancakes, Früchten auf Eis. Von einigen Dingen weiss ich noch nicht einmal wie's heisst, was auch nicht immer einfach herauszufinden ist, da die Schrift hier grundsätzlich kauderwelschisch ist.. Vielleicht wird der übriggebliebene Food an die Hähne verfüttert, das würde dann deren energiereich durchgedrehtes Verhalten erklären, krähen sie doch von etwa vier Uhr morgens bis kurz vor Mittag durch. Eine andere Möglichkeit wäre, dass die ganzen Abgase aufs Hühnerhirn schlagen. Morgen gehe ich nach Kambodscha und Richtung Angkor Wat, ich freue mich aus der Stadt rauszukommen. Einige Bilder hier.

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Dienstag, 1. Mai 2007

Penang


Besagten Inder habe ich wiedergefunden, aber nachdem dort die Grösse der Portionen und die Freundlichkeit inzwischen etwas abgenommen hatte, verbrachte ich schliesslich die meisten Mahlzeiten bei der Konkurrenz... deren Chefrausschreier (also der, der am lautesten ruft sobald ein Tourist am Restaurant vorbeiläuft) ist mir am dritten Abend in den Weg gehüpft, mir lauthals "sir, your dinner is ready!!!" entgegenheepend, und hat mich so lange weichgekocht, bis ich ihm versprochen habe am nächsten Abend nicht mehr nur vorbeizulaufen...
Die Insel Penang hatte in kolonialer Zeit eine herausragende Bedeutung, sie bildete den britischen (East India Company) Gegenpol zum holländischen Handelshafen Melaka etwas weiter südlich. Zeugnisse dieser Zeit findet man leicht zerfallend noch überall, einige Gebäude habe ich auch fotografiert (Bilder von Penang). Einmal haben mich Leute von der Unesco auf der Strasse für eine Umfrage belagert (zu siebt), ging darum, Penang zur World Heritage Area zu erklären. Ich ärgere mich immer noch, dass ich auf ihre Frage nach Verbesserungen in Georgetown nicht sofort die katastrophalen Trottoirs erwähnt habe, die von allem Möglichen und Unmöglichen vollgestapelt sind, so dass man auf den meist chaotischen Strassen laufen muss, wo sich schon Rikschas, Mopeds, Autos und Busse den Platz streitig machen. Dabei hätten sie mehr Lauben als Bern!
Am letzten Tag auf Penang bin ich mit einem 125er Scooter um die Insel gefahren und in einer 'Walderholungszone' in einem terrassierten Bach baden gegangen. Von der lokalen Dorfjugend angestachelt, habe ich mir bei einem ausgerutschten Saltoversuch die Nase blutig geschlagen, so viel zum Bild des ungeschickten Europäers:).
Der Gauner von Tankstellenwart hat mir den Tank gefüllt, nachdem ich halbvoll gesagt habe, die Gauner von der Vermietung haben sich geweigert, mir einige Ringgit für das Benzin zu geben, worauf ich auf die Gauneridee kam, den Tank per Schlauch halbleer zu machen (wahrscheinlich das erste Mal, wo ich ein Physikexperiment der Schule direkt im Alltag gebraucht habe:), das Benzin habe ich zu meinem Freund Mohamad Khan (dem Chefrausschreier) gebracht. Der liess sich von mir auch gleich noch in der Rushhour durch ganz Georgetown und wieder zurück chauffieren, dafür war das Nachtessen dann gratis, und die Milo Ice (kalte Schoggi) hatte extra viel Milch und Milo drin:).
Am heutigen regenreichen Tag bin ich in Bangkok angekommen, von wo aus ich in etwa zwei Monaten in die Schweiz zurückfliegen werde. Ich beschaffe mir hier das Visa für Vietnam und muss mich wohl langsam entscheiden, welche Route ich einschlagen will...

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Dienstag, 24. April 2007

Perhentian


Die zwei Nächte in der Provinzhauptstadt Kuala Terengganu waren ein Gewöhnen an die kaum 100m entfernte Moschee und den mikrofonverstärkt stimmgewaltigen Muezzin. Ich habe den Lärm aber nahtlos in meine Träume eingebaut, an einer Stelle hat er sogar auf deutsch gesungen, was mir als eine gelungen völkerverbindende Idee vorkam. Inzwischen gibt mir das Morgengebet sogar wieder ein fast heimeliges Gefühl. Jemand hat mir mal erklärt, dass TV gucken ein soziales Gefühl vermitteln kann, weil sehr wahrscheinlich viele andere Leute in dem Moment das Gleiche schauen. Funktioniert auch, wenn man weiss, dass alle anderen Menschen in der Nähe dasselbe hören.
Ab auf die nächste Insel... Diesmal hat es mich zu einer abgelegenen Lagune verschlagen, mit einem relaxten Guesthouse, das auch passend D'Lagoon heisst. Die Übernachtung im Baumhaus kostet etwa sieben Franken, eine Mahlzeit mit Getränk circa vier, das lässt sich aushalten.
Der weisse Sand und das klare türkise Wasser von Pulau Perhentian macht der australischen Westküste annähernd Konkurrenz, die Sonne spielt mit den dichten Bäumen des Dschungels und auf den Wellen, die Geräusche aus dem Wald sind die ganze Nacht um einen herum. Bilder hier. Die sechsstündige Kajaktour (mit Santa, nicht vom Nordpol sondern aus Lettland) um die Insel herum war jeden Muskelkater wert, am Ende sind wir aber beinahe untergegangen, als die stürmischen Wellen das Kajak immer schneller mit Wasser füllten.
Offenbar muss man sich nur laut genug beschweren, habe ich doch endlich einen Skorpion gefunden, auch wenn es nur ein popeliger war;). So Länggu, bestimmen bitte!
Ich habe auch dabei zusehen können, wie eine recht kleine Schlange einen drei Mal so dicken Frosch verschlungen hat, nach einigem Kampf. Auf das Tiererlebnis Qualle hätte ich auch verzichten können, aber bei meinem letzten Schnorcheln habe ich tatsächlich gleich zwei abbekommen, zum Glück sind sie im Vergleich zu Australien harmlos und brennen nur (etwa Brennessel mal drei) für einige Stunden. Die Zeichen trage ich allerdings auch zwei Tage später noch.
Von der an der Ostküste bin ich per Nachtbus nach Penang an der Westküste gereist (wo ich letztes Mal sieben Tage in Folge das gleiche gegessen habe, mal schauen ob ich diesen Inder wiederfinde:), wurde um 4:30 morgens in irgend einem Vorort (wo ich ganz bestimmt nicht hin wollte) abgeladen und habe dann nach einigem Herumirren noch einmal eineinhalb Stunden auf den Bus in die Stadt Georgetown gewartet. Diese ist faszinierend ob ihrer kulturellen Vielfalt, die Bevölkerung setzt sich je zu etwa 30% zusammen aus Malayen, Chinesen und Indern und man spürt eine grosse Toleranz, die einen auch als Tourist erreicht.
Es gibt einige Reisewarnungen zu Thailand, speziell dem Süden, ich habe mich aber etwas umgehört und schätze das Risiko ist klein.
Dem TVLB einen guten Start in die Sommersaison!

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Montag, 16. April 2007

Malaysia


Als ich vor ein paar Tagen zum ersten Mal seit langem den Grossen Wagen gesehen habe, ist mir erst richtig klar geworden, dass ich wieder auf der Nordhalbkugel bin! Ist ja irgendwie auch passend, dass ich nach praktisch genau einem halben Jahr wieder zurückkomme für den nördlichen Sommer... naja, hier in Südostasien gibt es sowieso nur Sommer, die Auswahl ist nass oder feucht.
Im Moment befinde ich mich auf (fast) bekanntem Terrain, vor sechs Jahren war ich schon in Thailand, Malaysia, Indonesien und Singapur. Letzteres mag ein guter Einstieg für Asien sein, weil man sich dort in westlich anmutender Umgebung an das Klima, den Food und die eigene Andersartigkeit gewöhnen kann. Diesmal hat mich Singapur aber nur gerade eine Nacht festhalten können und am nächsten Tag bin ich nach ruppiger Überfahrt bereits auf einer Insel (Pulau Tioman) vor der Ostküste Malaysias gelandet. Viel verändert hat sich nicht; die Preise sind immer noch sehr tief und unscharf, Zeitpunkte sind eher Zeiträume, was mal nass ist trocknet nie wieder, und in den Air-Condition unterkühlten Busen wird man wechselweise von Folklore Musik und drittklassigen Kung-Fu Filmen zugedröhnt. Für bare Münze sollte man Auskunften nur nehmen, wenn es nichts mehr zum Verkaufen gibt. So heisst zum Beispiel "Der Bus hat keine freien Plätze mehr" übersetzt "Wir haben keine Tickets mehr, der Schalter um die Ecke aber schon", oder "Hier ist der beste Platz zum Schnorcheln" meint eigentlich "Jemand hat hier letzten Monat eine Schildkröte gesehen" (nicht erfunden).
Meistens sind die Malayen aber extrem freundlich und hilfsbereit, ich fühle mich wesentlich willkommener als letztes Mal, als ich (am Tag nach 9/11) am Flughafen Bangkok schier verhaftet wurde.
Auf Pulau Tioman (Bilder hier) habe ich einen lohnend astrengenden Ausflug durch den Dschungel zur anderen Seite der Insel unternommen, auf dem ich zwei farbenprächtigen Schlangen begegnet bin. Hinter meinem Bungalow im Sumpf haben einige Monitor-Eidechsen gewohnt, die grösste die ich gesehen habe war mindestens einen Meter ohne Schwanz, also mehr ein Drachen. Das einzige Vieh das ich nicht zu Gesicht kriege ist auch das einzige wonach ich suche, das ewig unter einem anderen Stein sitzende Skorpion.
Mein eigentliches Ziel bleibt Laos, Kambodscha und Vietnam, aber hier gefällt es mir auch und ich schlage deshalb kein zu hohes Tempo an.
Eine grobe Orientierungshilfe für die paar Nichtasiaten unter euch:

p.s. Einige Bilder bei Perth hinzugefügt. (Edi: Schlussbilanz Aus-Nzl??)

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Dienstag, 3. April 2007

Still Perth


Meine Abreise nach Singapur lässt etwas auf sich warten, in angenehmer Weise. Die Tage in Perth scheinen ihre eigenen Flügel zu besitzen, dazu kommt ein Gefühl, sich am Rand der Welt zu befinden, meilenweit von allem anderen entfernt. Ich habe einen ruhigen Ort zum Bleiben gefunden, was als Backpacker eher Seltenheitswert hat. Ruhig, ausser die ca. 45jährige Deutsche im Bunkbett unter mir hat gerade einen Anfall, weil sie um 5 Uhr morgens von einem heimkehrenden, nicht ganz nüchternen Engländer geweckt wird, und mich verantwortlich dafür macht, da ich die Türe nicht offenlassen wollte... "Thank you for the wake-up!! Are you happy now, Mike? Very funny! Ah, you're not speaking with me?! So you're sleeping and I'm awake, very funny, life is very funny!!!"... Ich habe ihre Tirade in meinem Halbschlaf gekonnt ignoriert, und später am Morgen war sie wieder sehr friedlich.
Dieser Tage bin ich auffällig anfällig für Dummheiten, die weh tun. Am Strand in den Ozean eintauchend habe ich die Tiefe überschätzt und einige Haut meiner Stirn im Sand liegen lassen. Ist aber auch gemein, wenn’s wieder flacher wird… Auf Rottnest (Rattennest) Island, wo sich ein Traumstrand an den anderen reiht, mit dem klarsten Meer, das ich je gesehen habe, begegneten wir der (namengebenden) fast zahmen Kreuzung aus Zwergkänguruh, Eichhörnchen und Ratte, kurz Quokka. Herman: “Die knabbern an den Fingern!” – Ich: “Wirklich?” – Schnapp. Worauf ich mir um’s Vorhandensein meiner Tetanusimpfung sorgen machen konnte und die nächsten Tage zur Erheiterung aller zwei Pflaster trug.
Herman ist inzwischen wieder in der Heimat, nachdem auch er hier einen sehr schönen Abschied von seiner Australienzeit nehmen konnte.
Ich habe dem Franzosen Yohan Schach spielen beigebracht, der Funke scheint gesprungen zu sein, jedenfalls ist er Feuer und Flamme dafür und lernt unglaublich schnell.
Am Wochenende war ich am West Coast Blues & Roots Festival, sind im Umfang etwa zwei Tage Gurtenfestival, mit dem Preis für vier. Ben Harper hat mir aber den Entscheid hinzugehen einfach gemacht, und einige andere Bands (Xavier Rudd, The Cat Empire, Missy Higgins, John Mayer) waren am Ende jeden Rappen wert. Bilder aus und um Perth hier.
Ich habe mir kurzentschlossen einen mp3-Player gekauft, der jetzt endlich wieder Musik in meine Reise bringt.
Am nächsten Montag fliege ich nun endgültig nach Südostasien, dem besten Food der Welt entgegen.

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Dienstag, 20. März 2007

Time travels


Weil ich schon beim Schnorchelschwärmen bin - einmal vom Strand aus ins Wasser gehüpft, haben wir einen Riesenfisch, riesige Fischschwärme, Stachelrochen, Schildkröten die sich berühren lassen und Haie gesehen. Vor allem der eine etwa 1m70 grosse Hai, den ich auf dem Meeresgrund liegend fand, hat seinen Eindruck in mir hinterlassen. Während einer Viertelstunde bin ich immer wieder zu ihm hinuntergetaucht, bis auf Berührdistanz, hatte sogar Zeit Herman herbeizurufen, ohne dass sich der Hai beeindruckt, erschrocken, oder auch nur im entferntesten interessiert ein Bisschen von mir abzubeissen gezeigt hätte, er hat sich begnügt uns mit seinen blauen, unendlich kalten Augen zu mustern, und schliesslich davonzuschwimmen. Leider ist meine Kamera nicht wasserfest, aber ihr könnt euch es ja für einmal selbst ausmalen.
Es haben sich einige Bilder angesammelt in den zwei Wochen: Einige neue von der Coral Coast (formerly known as Exmouth), vom atemberaubenden Francois Peron National Park an der Shark Bay, wo wir an einem Aussichtspunkt sitzend Delphine, Haie, Schildkröten, und die grossen Eagle Rays und Manta Rays (in Gruppen bis zu 15 Tieren) im türkisen Wasser gesehen haben. Da man fast 50km auf sandigen 4WD Wegen zu diesem Punkt fahren muss, ist er beinahe menschenleer. Auch der kleine Fischerort Green Head hatte etwas magisches, vor allem die schneeweissen, riesigen Sanddünen einige Meter die Strasse runter, die der Lonely Planet nicht einmal in einem Nebensatz erwähnt. Die letzte Station vor Perth war die ausserirdische Pinnacles Wüste, die Felsformationen wurden durch komprimierten Muschelsand und anschliessende Erosion gebildet (Green Head und Pinnacles). Bilder, die mich in einiger Distanz zeigen stammen von Herman, mit dem ich es die ganzen drei Wochen nur gut hatte.

Drei Wochen Western Australia und einige gestreuten Gedanken...
Die kreuzenden Autofahrer grüssen sich allesamt, soziale Kontakte wollen schliesslich gepflegt werden. Ein Tankdeckel liegt nach sechs Tagen immer noch an der gleichen Tankstellenstelle. Mit offener Hecktür herumfahren ruft kein Hupen hervor, und wohl auch keine gehobene Augenbraue, der rausgefallene Wassertank hat danach aber interessanterweise weniger getropft als zuvor. Ein Strassenzug (Road Train), seines Zeichens grosser Lastwagen, zieht uns in seinem Windschatten, das spart Zeit und vielleicht Benzin. Die Wettervorhersage mutiert, mangels Regen, zur Windvorhersage. Am weiten Horizont leuchten fast jeden Abend Gewitter, sie verlaufen sich aber meist weit weg. Mein zerrissener Badehosenboden stört niemanden, da niemand da ist.
Man weiss, dass die Zeit relativ ist, wie immer ging es plötzlich schnell gegen das Ende zu, und dieses Mal bin ich in der Zeit zurückgereist: die erste Woche fühlte sich an wie ein Monat, die ganzen drei Wochen waren kürzer. Nun sitze ich in einem Backpackers, habe den Sonnenuntergang nicht gesehen und vermisse den Sternenhimmel. Es fehlt mir Hermans Gitarrengesang und das Didgeridoo, heute Nacht werde ich anstatt von Krabben und Känguruhs, aufkommendem Wind oder Blitzen, höchstens von schnarchenden Backpackern geweckt. Aber verschweigen wir die Vorteile nicht: Strom, fliessendes Wasser, eine anständige Dusche, geräumiger Herd anstatt Gaskocher, der Supermarkt um die Ecke, Internet zu fast vernünftigen Preisen, Zivilisation, halt! Perth macht einen sehr schönen ersten Eindruck, und ich denke hier einen passenden Abschluss einer unglaublichen Zeit in Australien zu finden.

Last but not least: Juuu Jubel, Cupsieger!! Der Freudentanz im Internetcafe hat mir einige Sympathien eingebracht...

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Dienstag, 6. März 2007

Viele Viecher


Die 7 Tage seit Broome fühlen sich mehr wie ein Monat an. Wir haben bereits mehr als 2000km zurückgelegt und einige atemberaubende Ecken entdeckt. Der Karijini National Park ist ein wahres Naturwunder, mit seinen tiefen engen Schluchten in denen man teilweise halb kletternd den Bächen und Teichen folgen kann (Bilder der Region Pilbara hier). Auch Schwimmen lässt es sich hier unbeschwert, da die meist klaren Wasser krokodilfrei sind. Unbeschwert, bis ich meiner ersten australischen Schlange begegnet bin. An der wahrscheinlich engsten Stelle aller Schluchten hat sie wohl auf mich gewartet, um mir die Angst mit dem Holzhammer auszutreiben, jedenfalls kann ich mir kaum noch eine schlimmere Situation vorstellen als Auge in Auge einen Meter neben dem Viech durchzuschwimmen, mit der Gewissheit den gleichen Weg zurück nehmen zu müssen...
Man gewöhnt sich aber schnell an die nahe Natur und ich habe schon kaum mehr Respekt davor, in der Nacht barfuss durch das Gebüsch zu laufen.
Ich habe mir dank guter Tipps eine Schnorchelausrüstung zugelegt, welche schon in den Schluchten, vor allem aber jetzt im Meer einen Heidenspass macht. Gestern kamen wir am Ningaloo Reef bei Exmouth an und sind an einem menschenleeren Strand ins endlich etwas kühlere Meer getaucht, wo mich die farbenprächtigen Fische sofort verzaubert haben. Am Ende hat mich direkt am Strand ein Riffhai (ca. 1m20) verabschiedet, unglaublich. Bei Einbruch der Dunkelheit kam sich ein neugieriges Känguruh vorstellen, in der Nacht haben faustgrosse Krabben erfolglos versucht, mein Zelt und den Swag (Schlafsackzelt) von Herman zu erobern. Bilder der Region um Exmouth.
Ich freue mich nun auf die erste Dusche seit Tagen (abgesehen von den Gewittern), wir haben vorwiegend auf Picknickplätzen und Bushcampings übernachtet, wo die Eirichtungen minimal sind. Das Essen beschränkt sich im Wesentlichen auf Teigwaren mit Ei und etwas Gemüse, nebst Müesli und Brot, limitierender Faktor ist in erster Linie der kleine Kühlschrank, ohne den wir mit Trockenfood vorlieb nehmen müssten. Die Temperaturen liegen teilweise über folternden 40 Grad, die rote Erde (die alles andere auch rot färbt, noch ein paar Tage hier und ich bin endgültig Indianer) speichert die Wärme für die Nacht, so dass auch diese nur selten grosse Abkühlung bringt. Weiter südwärts erwarten wir aber mildere (zu kalte?;) Temperaturen.
Herman sieht das mit der Dusche etwas weniger eng und vertraut auf natürliche Körperflora. Abgesehen von seiner leicht nudistischen Ader macht es grossen Spass mit ihm zu reisen, er spielt auch ausgezeichnet Schach;)... bis jetzt sind wir aber nur zu zwei Partien gekommen neben dem vielen Fahren, Wandern und Schwimmen.

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Dienstag, 27. Februar 2007

Schach im Busch


Gerade als ich mich damit abfinden wollte mit dem Bus zu reisen und auf die abgelegenen Orte der Westküste zu verzichten, haben meine guten Reisegeister wieder mal mächtig zugeschlagen...
An der Steckwand fand ich ein Inserat, das genausogut von mir hätte stammen können: Mitfahrgelegenheit in einem 4WD, Ankunft in Perth um den 20.März, ein Platz, unkomplizierte Person gesucht zum Fahrtkosten teilen. Natürlich passt mir auch der Typ dahinter... er ist Deutscher (spricht aber lieber englisch), studiert Physik und Philosophie, raucht und trinkt nicht. Gestern habe ich ihn gefragt ob er Schach spielt, worauf er nach kurzer Verblüffungspause meinte er wollte mich das Gleiche fragen, hat er doch ein Brett gekauft und noch nie benutzt... na wenn das mal nicht lustig wird! Ach ja, und damit es auch noch so richtig schön beängstigend wird, offenbar sehen wir auch noch ähnlich aus (nicht unbedingt unsere eigene Meinung), an einem Tag wurden wir drei Mal gefragt ob wir Brüder seien.
Die nächsten drei Wochen verbringen wir also im Busch und an einsamen Stränden, Stadtbesuche werden selten sein und damit möglicherweise auch meine Einträge hier. Rechnet aber schon mal damit, dass es mir gut geht! :)

p.s. einige Bilder bei Broome hinzugefügt.

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Montag, 19. Februar 2007

Broome


Als ich an Broome's Flughafen spätabends aus dem Flieger gestiegen bin, habe ich einen Moment gedacht, ich müsse nun doch ertrinken. Eine Wand aus Hitze und Feuchtigkeit begrüsste mich mit einer herzlichen Umarmung, und liess mich so schnell nicht wieder los. Die Temperaturen bewegen sich bei Tag und Nacht so zwischen 28 und 37 Grad, und ich stelle einmal mehr fest, dass mir das tropische Wetter unglaublich gut gefällt. Seltsam aber, wie schnell sich einige Sachen ändern, zum Beispiel ist es plötzlich ein (nicht vorhandener) Luxus kaltes Wasser in der Dusche zu haben...
Mein Gepäck war beim Zwischenstopp in Perth aus dem Flieger gestiegen anstatt drin zu bleiben... am nächsten Tag hat es dann glücklicherweise den Weg zu mir gefunden.
Der erste Einwohner Broomes, mit dem ich gesprochen habe war ein 53jähriger Aussteiger am Busstop, der seine Frühpension dazu verwendet, jede Nacht so besoffen wie möglich zu werden (seine Worte). Er erklärte mir, dass Broome die 'letzte Grenze' der Zivilisation sei, wo man einander noch vertrauen kann und auf der Strasse auch mal gegrüsst wird... und wenn Broome erwachsen werde, gäbe es keinen Ort mehr, an dem er noch hin könne. Sein Wortschatz beschränkte sich im Wesentlichen auf drei Fluchwörter, mit denen er aber phänomenal viel ausdrücken konnte. Ausserdem hat er mir mit Inbrunst versichert, dass mich meine Eltern angelogen hätten und ich nie und nimmer Schweizer sei. Ich solle mich mal im Spiegel betrachten, ich sei Spanier, Latino. Also Latinos, das sind die Leute aus äh... Frankreich, Italien, Spanien und Portugal.
Broome ist ein Traum, vom Wetter über den Strand zu den Sternen und den Tieren. Am ersten Abend habe ich meine ersten wilden Känguruhs und eine riesige Wildkatze gesehen (ich wollte ja weglaufen, aber sie hatte noch mehr Angst vor mir). Daneben finden sich Fledermäuse, Frösche, Eidechsen, Krabben und Krebse (welche den Sand durchkauen und als hunderte kleine Kügelchen zurücklassen).
Baden kann man leider nicht gut im Meer, weil in dieser Jahreszeit noch das Risiko besteht auf die in vielen Fällen tödlichen box jellyfishes (Quallen) zu stossen, zudem ist das Wasser so warm, dass es keine Abkühlung bringt.
Die Sonne geht über dem Meer unter, und wie...
Ich bin jetzt seit einer Woche hier, war in einer Krokodilsfarm (naja), vor allem aber am Strand und im Pool, habe viele nette Leute getroffen und fühle mich wunderbar.
Wie's weitergeht steht immer noch nicht fest, die Chance ist aber gross, dass ich per Bus die Küste herunter gondeln werde.
Bilder aus Broome hier.

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Mittwoch, 7. Februar 2007

Howdy mates


"Somebody wants kangaroo sausage?" Von der Neugierde leichtsinnig gemacht, habe ich mich von dem kochenden Franzosen zu einem Bissen Känguruhwurst bewegen lassen und dieses vollumfänglich bereut, yak. Ansonsten bin ich aber mit dem australischen Food bisher sehr zufrieden... verantwortlich dafür sind allerdings mehr die - wie schon in Neuseeland - unglaublich zahlreich vertretenen Asiaten mit ihren grandiosen Take Aways. Meine Theorie dazu ist ja, dass unter der Führung der Chinesen eine versteckte Übernahme stattfindet und der Kontinent in 20 Jahren Südliches Südasien heisst.
Gestern bin ich dank einem geschenkten Buspass von einem kanadischen Ehepaar (das inzwischen mit meinem Lonely Planet nach Neuseeland abgehauen ist, weil's ihnen zu heiss war, tssss..) in ganz Sydney herumgefahren. Watsons Bay, Bondi Beach, die meiste Zeit habe ich aber am feinen Coogee Beach verbracht und mich von der Brandung in Saltos und Überschläge drehen lassen, hui. Danach hatte ich Sand in den Ohren und kein Haarbändeli mehr.
Angestachelt von den workout-verrückten Sydneyanern (eigentlich heissen sie Sydneysider) und ein paar Pfunden zu viel auf den Rippen habe ich endlich ein bisschen Sport getrieben, so war ich Schwimmen (in einem Freibad, dessen Wasser sich nicht entscheiden konnte ob es salzig oder süss sein will) und einmal sogar Joggen. Das beste war allerdings zum ersten Mal seit 8 Jahren wieder ein Tennisracket in die Hand zu nehmen, schon nur auf dem Platz zu stehen liess mir einen Schauer über den Rücken laufen. Einige Bälle habe ich sogar getroffen, und diesen Sonntag gehe ich Doppel spielen im Sonntagsnachmittagssocialtennis. Wenn ich heimkomme nehme ich dann Yves auseinander, das habe ich ja schon lange versprochen.
Zwei Wochen in Sydney sind im Saus vergangen und ich fliege am Montag direkt weiter ans andere Ende des Kontinents, nach Broome an der Westküste. Das könnte etwas nass werden weil Regensaison, und die Luftfeuchtigkeit liegt manchmal nahe bei 100%. Nein, keine Angst, dabei ertrinkt man nicht.
Zum Ende noch etwas Länderkunde. Haaalt es wird weitergelesen!!;) Man betrachte die australische Flagge.


Nachdem sie mir ein paar Mal vor der Nase geflattert ist habe ich gesehen, dass darauf das Sternbild "Kreuz des Südens" (die 5 Sterne rechts) weht. Das "Southern Cross" ist nur von der Südhalbkugel aus sichtbar, ich habe es auch zum ersten Mal in Argentinien live gesehen. Was ich mir nicht erklären konnte war der 7-strahlige Stern unter dem Union Jack (der UK-Flagge). Das allwissende Internet hat mich schlauer gemacht, dieser Stern wird Commonwealth Star oder Federation Star genannt, seine Strahlen stehen für die ursprünglich sechs Bundesstaaten Australiens (Western Australia, South Australia, Queensland, Victoria, New South Wales, Tasmania), der siebente für die Territorien (Australian Capital Territory, Northern Territory). Wer noch ein wenig weiter gehen will darf sich die Karte anschauen und auswendig lernen. Ach ja, und ich vermisse das Schule geben nur ein bisschen, also keine komischen Interpretationen!;).


p.s. einige Bilder von Sydney hinzugefügt

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Mittwoch, 31. Januar 2007

Sydney


Für eine Woche habe ich in Christchurch das etwas stationärere Leben gepflegt, mich von den Acts des grössten Busker(=Strassenkünstler)- Festivals der südlichen Hemisphäre zum Lachen bringen lassen, in der Bibliothek mein Hirn gefüttert, mich über Federers Tennis gefreut, Cricket geschaut und endlich verstanden, und vergeblich versucht mein Auto zu verkaufen. Letzteres hat mir zwischenzeitlich ziemlich die Laune verdorben, das Auto steht aber jetzt in einem Auktionshaus, wo es hoffentlich über kurz oder lang unter den Hammer (im übtertragenen Sinn) kommt.
Ich bin unsicher, ob ich mir in Australien wieder ein Auto kaufen will, im Moment fühlt es sich sehr viel besser an, alle meine Habseligkeiten auf dem Rücken tragen zu können.
Trotz der vielen schönen Momente und der fantastischen Landschaft war ich nicht unglücklich, Neuseeland zu verlassen. Vorgestern bin ich in Sydney angekommen, wo es mir bis jetzt ausgezeichnet gefällt. Die Stadt scheint sehr lebendig und geschäftig, und gibt einiges auf sein Äusseres (Bilder hier, einige von Christchurch sind auch noch reingerutscht). Im zauberhaften botanischen Garten laufen haufenweise Ibise und andere komische Vögel umher, ausserdem hängen riesige flying foxes an den Bäumen, welche ich gefragt habe, ob sie einem Fuchs das Fliegen beibringen würden (da ich nicht Auto fahren will), wurde aber nur frech angequietscht.
Mein Originalplan, nach Süden Richtung Melbourne, Adelaide, danach die Mitte hoch nach Darwin und von dort die Westküste hinunter zu fahren ist etwas ins Wanken geraten. Ich überlege mir, die Zeit in Australien zu kürzen, eventuell direkt nach Darwin zu fliegen und nur die Westküste zu bereisen, um dafür mehr Zeit in Asien zu verbringen. Wohl der Hauptgrund dafür ist der in Neuseeland entstandene Gedanke, wieso genau ich mich an einem Ort aufhalte, der mir nicht besser (als Argentinien) gefällt und - bei weniger Extravaganzen - extrem viel mehr kostet. Australien ist sogar noch ein wenig teurer, und Südostasien gefällt mir sehr (oder tat es wenigstens, vor fünf Jahren)... Ich lasse mir hier die nötige Zeit, um meine Entscheidung zu fällen und geniesse währenddessen das bessere Wetter, möglichst am Strand.
Ich habe gesehen, dass in der Schweiz inzwischen der Winter so richtig Einzug gehalten hat, ich hoffe ihr seid alle gut ausgerüstet mit Wullepullis, Chappe u Händsche, Bettfläsche u Elektroöfeli, Füürhouz und Froschtschutzmittu, Fonduemischige u Grappa, Schneebrätter oder Kurveschiis...

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Samstag, 20. Januar 2007

Free Air


Man muss sich nur laut genug beklagen - die letzten fünf Tage waren regenfrei und ich habe endlich einige Hügel in der Umgebung von Wanaka erklommen. Zuerst sind wir (Joanna war dabei) den relativ bekannten Rob Roy Path gelaufen, von dessen Ende aus man eine recht spektakuläre Sicht auf Gletschter und Wasserfälle hat. Da der Weg mitten im Hang zu Ende geht, bin ich einem Schafspfad entlang noch etwas weiter den Berg hochgerannt, habe aber die Passhöhe trotzdem nicht in nützlicher Frist erreichen können - geht mir schwer gegen den Strich, auf halber Höhe umzukehren.
Am nächsten Tag bin ich aufgebrochen, um die "Hügelkette" neben dem Zeltplatz zu erkunden... Nach vier Stunden, über 1000 Höhenmeter, einem ersten Gipfel von 1630m und einem schier endlosen Auf und Ab entlang dem Grat mit einem Hungerast erreichte ich knapp vor dem Kollaps den 1580m hohen Roy's Peak. Natürlich hätte ich mehr Wasser trinken, vorher eine Rast einlegen, Nahrung zu mir nehmen müssen. Ja eh, aber wenn's der Gring nicht zulässt...
Die zwei besten Nutellasandwiches und den besten Apfel meines Lebens später ging's mir schon besser, wagte mich jetzt auch kurz die Augen zuzumachen, und eine halbe Stunde danach begann ich mit dem nicht mehr schweren Abstieg auf einer anderen Route.
Am nächsten Tag habe ich mich, aus unerfindlichen Gründen, so wenig wie möglich bewegt und ihn am zeltplatzeigenen Pool verbracht.
Mein Auto ist ebenfalls leicht fussmüde, dem ersten Platten folgte eine gerade noch rechtzeitige Warnung, dass der eine Reifen nur noch sehr kurz zu leben hatte, die Stahlstreifen waren schon sichtbar. Ausserdem habe ich den Deckel zum Öltank verloren, und komische Quietschgeräusche gibt die liebe Karre seit neustem auch von sich... der Blinker ist repariert, allerdings wollte mir der Bossmechaniker schier an den Kragen, als ich anzumerken wagte, dass 60.- für die Blinkerabdeckung vielleicht etwas happig sind. Naja, der Hilfsmechaniker und ich blieben dafür freundlich.
Ich hatte schon seit Argentinien vor, in Queenstown einen Bungy Jump zu machen. Nachdem ich verächtlich naserümpfend den "Original"-Sprung von 43m an der Kawarau Bridge betrachtet habe bin ich zum Nevis Highwire gefahren, 134m hoch, um mich einer echten Herausforderung zu stellen ;). Schaut euch das (sorry, nach einiger Bearbeitung nicht extrem gute) Video hier an. Der Absprung selbst war nicht wirklich schwer, eine Sekunde später schlug mir das Herz aber im Hals, mit einem riesigen Adrenalinschub und der Ungläubigkeit was ich da gerade mache. Ich bin begeistert von der Erfahrung, und würde es eher wiederholen als das Paragliding. Die Infopage zum Bungy Jumping hier, wobei die 8.5 Sekunden freier Fall beim Nevis Highwire Blödsinn sind, sind vielleicht drei bis vier.
Ich gehe wohl bald nach Christchurch, um mich dem Verkauf des Autos zuzuwenden (auf der ebay-Variante Neuseelands versuche ich's schon) und eventuell ein paar Spiele des Australian Open im TV mitzukriegen.
Die gebirgige Region um Wanaka und Queenstown lassen einige Erinnerungen an die Schweiz aufkommen, und auch das Leben in Neuseeland hat einige Parallelen zur Schweiz... die meisten Sachen sind etwa gleich teuer, die Menschen leben wie auf einer Insel ;) und die Regeln einzuhalten ist sehr wichtig. Letzteres kann auch schon mal lästig sein, und heute habe ich mit leichtem Verdruss einen neuen Höhepunkt der Kontrollsucht erlebt, in einer Toilette, die auf Knopfdruck zeitlich in der Anzahl begrenzte Portionen WC-Papier spendet...
Bilder von den Wanderungen gibt es hier.

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Sonntag, 14. Januar 2007

West Coast


So langsam bin ich den Regen leid - die Kiwis sprechen teilweise vom schlimmsten Sommer seit Menschengedenken, andere warten immer noch darauf, dass er wirklich beginnt. Dazu kommt, dass mein Auto in einer Ecke nicht ganz wasserdicht ist. Sobald dann der Regen etwas nachlässt, haben die #&%!! Sandflies ihren Auftritt, sie finden jede noch so kleine unbedeckte, unbesprayte Hautstelle (und sei's das Augenlid), plus ihre Bisse jucken tagelang, womit sie auf meiner Hassskala einigen Vorsprung vor den Midges in Schottland haben. Für die normalen Mücken bleibt kaum etwas übrig.
Doch kaum verziehen sich die Wolken kurz taucht daraus eine zauberhafte Umgebung auf (hier Bilder der Westküste), die einen den Regenmückenfrust vergessen lassen. Wer's noch nicht weiss - ein Grossteil der Lord of the Rings Filme wurde in Neuseeland gedreht, die Drehorte zu finden muss ein wirklich einfacher und schnell erledigter Job gewesen sein.
Im Moment bin ich zum ersten Mal seit ewig weg von der Küste, an einem See etwas in den Bergen (Lake Wanaka).
Ich habe die britischen Mädchen wiedergetroffen, Rowena ist inzwischen schon in Tasmanien und Joanna folgt ihr in ein paar Tagen nach Australien. Mein Flug nach Sydney geht am 29.1, wahrscheinlich lege ich mich dann erst mal trocknungshalber einige Tage an den Strand...

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Samstag, 6. Januar 2007

East Cape bis Nelson


Die Umrundung des East Capes der Nordinsel war von der Landschaft her ein grosser Höhepunkt. Sylvester habe ich mit einigen netten Kiwis am Strand verbracht, mein Plan morgens am östlichsten Punkt den Sonnenaufgang zu verfolgen fiel allerdings meiner Müdigkeit und dem nicht sehr guten Wetter zum Opfer. Ich habe die schottischen Highlands in Neuseeland wiedergefunden, auf der Mahia Peninsula. Der Regen kommt von der Seite, und die Zelte auf dem Campingplatz waren nach einem Tag alle weggeblasen oder abgebaut. Dagegen habe ich mein Auto am windigsten Platz hingestellt und mich vom Wind in den Schlaf wiegen lassen. Bilder vom East Cape und Mahia hier.
Die Hauptstadt Wellington habe ich nur gestreift, bin aber zum ersten Mal seit Auckland wieder in einem Backpackers übernachtet. Um drei Uhr morgens hat die Türklingel sturm geläutet, und da sich offenbar sonst niemand angesprochen fühlte bin ich nach einiger Zeit aufgestanden um nachzuschauen, wer mir den Schlaf rauben will. Nachdem ich sah, dass es eine Frau war, habe ich die Türe geöffnet, was sich als Fehler herausstellte, da sie offenbar obdachlos und ziemlich durchgedreht war. Schliesslich musste ich einsehen, dass wir (inzwischen waren auch andere wach) sie nicht zum Gehen überreden konnten, und mir blieb nur übrig, sie vor die Türe zu stellen - extrem unerfreuliche Episode.
Ich habe meinen ersten kleinen Unfall gebaut, bin aber mit einigen Kratzern und einem kaputten Blinker davongekommen, gestreift habe ich in der viel zu engen Kurve des Kieswegs einen Bootsanhänger. Ich war wohl etwas zu schnell unterwegs, von daher war der Schreck bestimmt nicht ohne Sinn, habe ich doch seither wieder mehr Respekt vor der Strasse.
Im berühmten Abel Tasman National Park habe ich ein Water Taxi genommen um an einer Stelle auf dem Küstenweg abgeladen zu werden und zum Auto zurücklaufen zu können. Die Strände dort haben etwas karibisches, mit ihrem weissen Sand und dem türkisen Wasser. Einige Stellen kann man nur bei Ebbe durchqueren, so musste ich meinen Rucksack für etwa hundert Meter über meinem Kopf durch das bauchhohe Wasser tragen, war recht lustig bis auf die scharfen Muscheln unter meinen Füssen.
Bilder von der Überfahrt und dem nördlichsten Teil der Südinsel hier.

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