Dienstag, 24. April 2007

Perhentian


Die zwei Nächte in der Provinzhauptstadt Kuala Terengganu waren ein Gewöhnen an die kaum 100m entfernte Moschee und den mikrofonverstärkt stimmgewaltigen Muezzin. Ich habe den Lärm aber nahtlos in meine Träume eingebaut, an einer Stelle hat er sogar auf deutsch gesungen, was mir als eine gelungen völkerverbindende Idee vorkam. Inzwischen gibt mir das Morgengebet sogar wieder ein fast heimeliges Gefühl. Jemand hat mir mal erklärt, dass TV gucken ein soziales Gefühl vermitteln kann, weil sehr wahrscheinlich viele andere Leute in dem Moment das Gleiche schauen. Funktioniert auch, wenn man weiss, dass alle anderen Menschen in der Nähe dasselbe hören.
Ab auf die nächste Insel... Diesmal hat es mich zu einer abgelegenen Lagune verschlagen, mit einem relaxten Guesthouse, das auch passend D'Lagoon heisst. Die Übernachtung im Baumhaus kostet etwa sieben Franken, eine Mahlzeit mit Getränk circa vier, das lässt sich aushalten.
Der weisse Sand und das klare türkise Wasser von Pulau Perhentian macht der australischen Westküste annähernd Konkurrenz, die Sonne spielt mit den dichten Bäumen des Dschungels und auf den Wellen, die Geräusche aus dem Wald sind die ganze Nacht um einen herum. Bilder hier. Die sechsstündige Kajaktour (mit Santa, nicht vom Nordpol sondern aus Lettland) um die Insel herum war jeden Muskelkater wert, am Ende sind wir aber beinahe untergegangen, als die stürmischen Wellen das Kajak immer schneller mit Wasser füllten.
Offenbar muss man sich nur laut genug beschweren, habe ich doch endlich einen Skorpion gefunden, auch wenn es nur ein popeliger war;). So Länggu, bestimmen bitte!
Ich habe auch dabei zusehen können, wie eine recht kleine Schlange einen drei Mal so dicken Frosch verschlungen hat, nach einigem Kampf. Auf das Tiererlebnis Qualle hätte ich auch verzichten können, aber bei meinem letzten Schnorcheln habe ich tatsächlich gleich zwei abbekommen, zum Glück sind sie im Vergleich zu Australien harmlos und brennen nur (etwa Brennessel mal drei) für einige Stunden. Die Zeichen trage ich allerdings auch zwei Tage später noch.
Von der an der Ostküste bin ich per Nachtbus nach Penang an der Westküste gereist (wo ich letztes Mal sieben Tage in Folge das gleiche gegessen habe, mal schauen ob ich diesen Inder wiederfinde:), wurde um 4:30 morgens in irgend einem Vorort (wo ich ganz bestimmt nicht hin wollte) abgeladen und habe dann nach einigem Herumirren noch einmal eineinhalb Stunden auf den Bus in die Stadt Georgetown gewartet. Diese ist faszinierend ob ihrer kulturellen Vielfalt, die Bevölkerung setzt sich je zu etwa 30% zusammen aus Malayen, Chinesen und Indern und man spürt eine grosse Toleranz, die einen auch als Tourist erreicht.
Es gibt einige Reisewarnungen zu Thailand, speziell dem Süden, ich habe mich aber etwas umgehört und schätze das Risiko ist klein.
Dem TVLB einen guten Start in die Sommersaison!

1 comments:

Anonym hat gesagt…

Juhui, Bravo Michi.
Endlich hast du eines gefunden. Ich bin mir recht sicher was es ist (90%). Ein Liocholes australasiae. Diese Art ist weit verbreitet und kommt in Australien und Südasien vor. Sie ist nicht besonders giftig, also keine Angst. Das besondere an dieser Art, sie ist eine von nur ca. 9 bekannten Skorpionsarten, die sich parthenogenetisch fortpflanzen können. Das heisst, die Weibchen können Jungtiere produzieren, ohne dass sie sich mit einem Männchen paaren. Langweilige Viecher...hä.
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Gruss Alain