
Die zwei Nächte in der Provinzhauptstadt Kuala Terengganu waren ein Gewöhnen an die kaum 100m entfernte Moschee und den mikrofonverstärkt stimmgewaltigen Muezzin. Ich habe den Lärm aber nahtlos in meine Träume eingebaut, an einer Stelle hat er sogar auf deutsch gesungen, was mir als eine gelungen völkerverbindende Idee vorkam. Inzwischen gibt mir das Morgengebet sogar wieder ein fast heimeliges Gefühl. Jemand hat mir mal erklärt, dass TV gucken ein soziales Gefühl vermitteln kann, weil sehr wahrscheinlich viele andere Leute in dem Moment das Gleiche schauen. Funktioniert auch, wenn man weiss, dass alle anderen Menschen in der Nähe dasselbe hören.
Ab auf die nächste Insel... Diesmal hat es mich zu einer abgelegenen Lagune verschlagen, mit einem relaxten Guesthouse, das auch passend D'Lagoon heisst. Die Übernachtung im Baumhaus kostet etwa sieben Franken, eine Mahlzeit mit Getränk circa vier, das lässt sich aushalten.
Der weisse Sand und das klare türkise Wasser von Pulau Perhentian macht der australischen Westküste annähernd Konkurrenz, die Sonne spielt mit den dichten Bäumen des Dschungels und auf den Wellen, die Geräusche aus dem Wald sind die ganze Nacht um einen herum. Bilder hier. Die sechsstündige Kajaktour (mit Santa, nicht vom Nordpol sondern aus Lettland) um die Insel herum war jeden Muskelkater wert, am Ende sind wir aber beinahe untergegangen, als die stürmischen Wellen das Kajak immer schneller mit Wasser füllten.
Offenbar muss man sich nur laut genug beschweren, habe ich doch endlich einen Skorpion gefunden, auch wenn es nur ein popeliger war;). So Länggu, bestimmen bitte!
Ich habe auch dabei zusehen können, wie eine recht kleine Schlange einen drei Mal so dicken Frosch verschlungen hat, nach einigem Kampf. Auf das Tiererlebnis Qualle hätte ich auch verzichten können, aber bei meinem letzten Schnorcheln habe ich tatsächlich gleich zwei abbekommen, zum Glück sind sie im Vergleich zu Australien harmlos und brennen nur (etwa Brennessel mal drei) für einige Stunden. Die Zeichen trage ich allerdings auch zwei Tage später noch.
Von der an der Ostküste bin ich per Nachtbus nach Penang an der Westküste gereist (wo ich letztes Mal sieben Tage in Folge das gleiche gegessen habe, mal schauen ob ich diesen Inder wiederfinde:), wurde um 4:30 morgens in irgend einem Vorort (wo ich ganz bestimmt nicht hin wollte) abgeladen und habe dann nach einigem Herumirren noch einmal eineinhalb Stunden auf den Bus in die Stadt Georgetown gewartet. Diese ist faszinierend ob ihrer kulturellen Vielfalt, die Bevölkerung setzt sich je zu etwa 30% zusammen aus Malayen, Chinesen und Indern und man spürt eine grosse Toleranz, die einen auch als Tourist erreicht.
Es gibt einige Reisewarnungen zu Thailand, speziell dem Süden, ich habe mich aber etwas umgehört und schätze das Risiko ist klein.
Dem TVLB einen guten Start in die Sommersaison!
Dienstag, 24. April 2007
Perhentian
Posted by
Mich Fuchs
at
07:14
1 comments
Montag, 16. April 2007
Malaysia

Als ich vor ein paar Tagen zum ersten Mal seit langem den Grossen Wagen gesehen habe, ist mir erst richtig klar geworden, dass ich wieder auf der Nordhalbkugel bin! Ist ja irgendwie auch passend, dass ich nach praktisch genau einem halben Jahr wieder zurückkomme für den nördlichen Sommer... naja, hier in Südostasien gibt es sowieso nur Sommer, die Auswahl ist nass oder feucht.
Im Moment befinde ich mich auf (fast) bekanntem Terrain, vor sechs Jahren war ich schon in Thailand, Malaysia, Indonesien und Singapur. Letzteres mag ein guter Einstieg für Asien sein, weil man sich dort in westlich anmutender Umgebung an das Klima, den Food und die eigene Andersartigkeit gewöhnen kann. Diesmal hat mich Singapur aber nur gerade eine Nacht festhalten können und am nächsten Tag bin ich nach ruppiger Überfahrt bereits auf einer Insel (Pulau Tioman) vor der Ostküste Malaysias gelandet. Viel verändert hat sich nicht; die Preise sind immer noch sehr tief und unscharf, Zeitpunkte sind eher Zeiträume, was mal nass ist trocknet nie wieder, und in den Air-Condition unterkühlten Busen wird man wechselweise von Folklore Musik und drittklassigen Kung-Fu Filmen zugedröhnt. Für bare Münze sollte man Auskunften nur nehmen, wenn es nichts mehr zum Verkaufen gibt. So heisst zum Beispiel "Der Bus hat keine freien Plätze mehr" übersetzt "Wir haben keine Tickets mehr, der Schalter um die Ecke aber schon", oder "Hier ist der beste Platz zum Schnorcheln" meint eigentlich "Jemand hat hier letzten Monat eine Schildkröte gesehen" (nicht erfunden).
Meistens sind die Malayen aber extrem freundlich und hilfsbereit, ich fühle mich wesentlich willkommener als letztes Mal, als ich (am Tag nach 9/11) am Flughafen Bangkok schier verhaftet wurde.
Auf Pulau Tioman (Bilder hier) habe ich einen lohnend astrengenden Ausflug durch den Dschungel zur anderen Seite der Insel unternommen, auf dem ich zwei farbenprächtigen Schlangen begegnet bin. Hinter meinem Bungalow im Sumpf haben einige Monitor-Eidechsen gewohnt, die grösste die ich gesehen habe war mindestens einen Meter ohne Schwanz, also mehr ein Drachen. Das einzige Vieh das ich nicht zu Gesicht kriege ist auch das einzige wonach ich suche, das ewig unter einem anderen Stein sitzende Skorpion.
Mein eigentliches Ziel bleibt Laos, Kambodscha und Vietnam, aber hier gefällt es mir auch und ich schlage deshalb kein zu hohes Tempo an.
Eine grobe Orientierungshilfe für die paar Nichtasiaten unter euch:
p.s. Einige Bilder bei Perth hinzugefügt. (Edi: Schlussbilanz Aus-Nzl??)
Posted by
Mich Fuchs
at
08:38
2
comments
Dienstag, 3. April 2007
Still Perth
Meine Abreise nach Singapur lässt etwas auf sich warten, in angenehmer Weise. Die Tage in Perth scheinen ihre eigenen Flügel zu besitzen, dazu kommt ein Gefühl, sich am Rand der Welt zu befinden, meilenweit von allem anderen entfernt. Ich habe einen ruhigen Ort zum Bleiben gefunden, was als Backpacker eher Seltenheitswert hat. Ruhig, ausser die ca. 45jährige Deutsche im Bunkbett unter mir hat gerade einen Anfall, weil sie um 5 Uhr morgens von einem heimkehrenden, nicht ganz nüchternen Engländer geweckt wird, und mich verantwortlich dafür macht, da ich die Türe nicht offenlassen wollte... "Thank you for the wake-up!! Are you happy now, Mike? Very funny! Ah, you're not speaking with me?! So you're sleeping and I'm awake, very funny, life is very funny!!!"... Ich habe ihre Tirade in meinem Halbschlaf gekonnt ignoriert, und später am Morgen war sie wieder sehr friedlich.
Dieser Tage bin ich auffällig anfällig für Dummheiten, die weh tun. Am Strand in den Ozean eintauchend habe ich die Tiefe überschätzt und einige Haut meiner Stirn im Sand liegen lassen. Ist aber auch gemein, wenn’s wieder flacher wird… Auf Rottnest (Rattennest) Island, wo sich ein Traumstrand an den anderen reiht, mit dem klarsten Meer, das ich je gesehen habe, begegneten wir der (namengebenden) fast zahmen Kreuzung aus Zwergkänguruh, Eichhörnchen und Ratte, kurz Quokka. Herman: “Die knabbern an den Fingern!” – Ich: “Wirklich?” – Schnapp. Worauf ich mir um’s Vorhandensein meiner Tetanusimpfung sorgen machen konnte und die nächsten Tage zur Erheiterung aller zwei Pflaster trug.
Herman ist inzwischen wieder in der Heimat, nachdem auch er hier einen sehr schönen Abschied von seiner Australienzeit nehmen konnte.
Ich habe dem Franzosen Yohan Schach spielen beigebracht, der Funke scheint gesprungen zu sein, jedenfalls ist er Feuer und Flamme dafür und lernt unglaublich schnell.
Am Wochenende war ich am West Coast Blues & Roots Festival, sind im Umfang etwa zwei Tage Gurtenfestival, mit dem Preis für vier. Ben Harper hat mir aber den Entscheid hinzugehen einfach gemacht, und einige andere Bands (Xavier Rudd, The Cat Empire, Missy Higgins, John Mayer) waren am Ende jeden Rappen wert. Bilder aus und um Perth hier.
Ich habe mir kurzentschlossen einen mp3-Player gekauft, der jetzt endlich wieder Musik in meine Reise bringt.
Am nächsten Montag fliege ich nun endgültig nach Südostasien, dem besten Food der Welt entgegen.
Posted by
Mich Fuchs
at
07:17
0
comments

1 comments:
Kommentar veröffentlichen