Dienstag, 20. März 2007

Time travels


Weil ich schon beim Schnorchelschwärmen bin - einmal vom Strand aus ins Wasser gehüpft, haben wir einen Riesenfisch, riesige Fischschwärme, Stachelrochen, Schildkröten die sich berühren lassen und Haie gesehen. Vor allem der eine etwa 1m70 grosse Hai, den ich auf dem Meeresgrund liegend fand, hat seinen Eindruck in mir hinterlassen. Während einer Viertelstunde bin ich immer wieder zu ihm hinuntergetaucht, bis auf Berührdistanz, hatte sogar Zeit Herman herbeizurufen, ohne dass sich der Hai beeindruckt, erschrocken, oder auch nur im entferntesten interessiert ein Bisschen von mir abzubeissen gezeigt hätte, er hat sich begnügt uns mit seinen blauen, unendlich kalten Augen zu mustern, und schliesslich davonzuschwimmen. Leider ist meine Kamera nicht wasserfest, aber ihr könnt euch es ja für einmal selbst ausmalen.
Es haben sich einige Bilder angesammelt in den zwei Wochen: Einige neue von der Coral Coast (formerly known as Exmouth), vom atemberaubenden Francois Peron National Park an der Shark Bay, wo wir an einem Aussichtspunkt sitzend Delphine, Haie, Schildkröten, und die grossen Eagle Rays und Manta Rays (in Gruppen bis zu 15 Tieren) im türkisen Wasser gesehen haben. Da man fast 50km auf sandigen 4WD Wegen zu diesem Punkt fahren muss, ist er beinahe menschenleer. Auch der kleine Fischerort Green Head hatte etwas magisches, vor allem die schneeweissen, riesigen Sanddünen einige Meter die Strasse runter, die der Lonely Planet nicht einmal in einem Nebensatz erwähnt. Die letzte Station vor Perth war die ausserirdische Pinnacles Wüste, die Felsformationen wurden durch komprimierten Muschelsand und anschliessende Erosion gebildet (Green Head und Pinnacles). Bilder, die mich in einiger Distanz zeigen stammen von Herman, mit dem ich es die ganzen drei Wochen nur gut hatte.

Drei Wochen Western Australia und einige gestreuten Gedanken...
Die kreuzenden Autofahrer grüssen sich allesamt, soziale Kontakte wollen schliesslich gepflegt werden. Ein Tankdeckel liegt nach sechs Tagen immer noch an der gleichen Tankstellenstelle. Mit offener Hecktür herumfahren ruft kein Hupen hervor, und wohl auch keine gehobene Augenbraue, der rausgefallene Wassertank hat danach aber interessanterweise weniger getropft als zuvor. Ein Strassenzug (Road Train), seines Zeichens grosser Lastwagen, zieht uns in seinem Windschatten, das spart Zeit und vielleicht Benzin. Die Wettervorhersage mutiert, mangels Regen, zur Windvorhersage. Am weiten Horizont leuchten fast jeden Abend Gewitter, sie verlaufen sich aber meist weit weg. Mein zerrissener Badehosenboden stört niemanden, da niemand da ist.
Man weiss, dass die Zeit relativ ist, wie immer ging es plötzlich schnell gegen das Ende zu, und dieses Mal bin ich in der Zeit zurückgereist: die erste Woche fühlte sich an wie ein Monat, die ganzen drei Wochen waren kürzer. Nun sitze ich in einem Backpackers, habe den Sonnenuntergang nicht gesehen und vermisse den Sternenhimmel. Es fehlt mir Hermans Gitarrengesang und das Didgeridoo, heute Nacht werde ich anstatt von Krabben und Känguruhs, aufkommendem Wind oder Blitzen, höchstens von schnarchenden Backpackern geweckt. Aber verschweigen wir die Vorteile nicht: Strom, fliessendes Wasser, eine anständige Dusche, geräumiger Herd anstatt Gaskocher, der Supermarkt um die Ecke, Internet zu fast vernünftigen Preisen, Zivilisation, halt! Perth macht einen sehr schönen ersten Eindruck, und ich denke hier einen passenden Abschluss einer unglaublichen Zeit in Australien zu finden.

Last but not least: Juuu Jubel, Cupsieger!! Der Freudentanz im Internetcafe hat mir einige Sympathien eingebracht...

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Dienstag, 6. März 2007

Viele Viecher


Die 7 Tage seit Broome fühlen sich mehr wie ein Monat an. Wir haben bereits mehr als 2000km zurückgelegt und einige atemberaubende Ecken entdeckt. Der Karijini National Park ist ein wahres Naturwunder, mit seinen tiefen engen Schluchten in denen man teilweise halb kletternd den Bächen und Teichen folgen kann (Bilder der Region Pilbara hier). Auch Schwimmen lässt es sich hier unbeschwert, da die meist klaren Wasser krokodilfrei sind. Unbeschwert, bis ich meiner ersten australischen Schlange begegnet bin. An der wahrscheinlich engsten Stelle aller Schluchten hat sie wohl auf mich gewartet, um mir die Angst mit dem Holzhammer auszutreiben, jedenfalls kann ich mir kaum noch eine schlimmere Situation vorstellen als Auge in Auge einen Meter neben dem Viech durchzuschwimmen, mit der Gewissheit den gleichen Weg zurück nehmen zu müssen...
Man gewöhnt sich aber schnell an die nahe Natur und ich habe schon kaum mehr Respekt davor, in der Nacht barfuss durch das Gebüsch zu laufen.
Ich habe mir dank guter Tipps eine Schnorchelausrüstung zugelegt, welche schon in den Schluchten, vor allem aber jetzt im Meer einen Heidenspass macht. Gestern kamen wir am Ningaloo Reef bei Exmouth an und sind an einem menschenleeren Strand ins endlich etwas kühlere Meer getaucht, wo mich die farbenprächtigen Fische sofort verzaubert haben. Am Ende hat mich direkt am Strand ein Riffhai (ca. 1m20) verabschiedet, unglaublich. Bei Einbruch der Dunkelheit kam sich ein neugieriges Känguruh vorstellen, in der Nacht haben faustgrosse Krabben erfolglos versucht, mein Zelt und den Swag (Schlafsackzelt) von Herman zu erobern. Bilder der Region um Exmouth.
Ich freue mich nun auf die erste Dusche seit Tagen (abgesehen von den Gewittern), wir haben vorwiegend auf Picknickplätzen und Bushcampings übernachtet, wo die Eirichtungen minimal sind. Das Essen beschränkt sich im Wesentlichen auf Teigwaren mit Ei und etwas Gemüse, nebst Müesli und Brot, limitierender Faktor ist in erster Linie der kleine Kühlschrank, ohne den wir mit Trockenfood vorlieb nehmen müssten. Die Temperaturen liegen teilweise über folternden 40 Grad, die rote Erde (die alles andere auch rot färbt, noch ein paar Tage hier und ich bin endgültig Indianer) speichert die Wärme für die Nacht, so dass auch diese nur selten grosse Abkühlung bringt. Weiter südwärts erwarten wir aber mildere (zu kalte?;) Temperaturen.
Herman sieht das mit der Dusche etwas weniger eng und vertraut auf natürliche Körperflora. Abgesehen von seiner leicht nudistischen Ader macht es grossen Spass mit ihm zu reisen, er spielt auch ausgezeichnet Schach;)... bis jetzt sind wir aber nur zu zwei Partien gekommen neben dem vielen Fahren, Wandern und Schwimmen.

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