
Weil ich schon beim Schnorchelschwärmen bin - einmal vom Strand aus ins Wasser gehüpft, haben wir einen Riesenfisch, riesige Fischschwärme, Stachelrochen, Schildkröten die sich berühren lassen und Haie gesehen. Vor allem der eine etwa 1m70 grosse Hai, den ich auf dem Meeresgrund liegend fand, hat seinen Eindruck in mir hinterlassen. Während einer Viertelstunde bin ich immer wieder zu ihm hinuntergetaucht, bis auf Berührdistanz, hatte sogar Zeit Herman herbeizurufen, ohne dass sich der Hai beeindruckt, erschrocken, oder auch nur im entferntesten interessiert ein Bisschen von mir abzubeissen gezeigt hätte, er hat sich begnügt uns mit seinen blauen, unendlich kalten Augen zu mustern, und schliesslich davonzuschwimmen. Leider ist meine Kamera nicht wasserfest, aber ihr könnt euch es ja für einmal selbst ausmalen.
Es haben sich einige Bilder angesammelt in den zwei Wochen: Einige neue von der Coral Coast (formerly known as Exmouth), vom atemberaubenden Francois Peron National Park an der Shark Bay, wo wir an einem Aussichtspunkt sitzend Delphine, Haie, Schildkröten, und die grossen Eagle Rays und Manta Rays (in Gruppen bis zu 15 Tieren) im türkisen Wasser gesehen haben. Da man fast 50km auf sandigen 4WD Wegen zu diesem Punkt fahren muss, ist er beinahe menschenleer. Auch der kleine Fischerort Green Head hatte etwas magisches, vor allem die schneeweissen, riesigen Sanddünen einige Meter die Strasse runter, die der Lonely Planet nicht einmal in einem Nebensatz erwähnt. Die letzte Station vor Perth war die ausserirdische Pinnacles Wüste, die Felsformationen wurden durch komprimierten Muschelsand und anschliessende Erosion gebildet (Green Head und Pinnacles). Bilder, die mich in einiger Distanz zeigen stammen von Herman, mit dem ich es die ganzen drei Wochen nur gut hatte.
Drei Wochen Western Australia und einige gestreuten Gedanken...
Die kreuzenden Autofahrer grüssen sich allesamt, soziale Kontakte wollen schliesslich gepflegt werden. Ein Tankdeckel liegt nach sechs Tagen immer noch an der gleichen Tankstellenstelle. Mit offener Hecktür herumfahren ruft kein Hupen hervor, und wohl auch keine gehobene Augenbraue, der rausgefallene Wassertank hat danach aber interessanterweise weniger getropft als zuvor. Ein Strassenzug (Road Train), seines Zeichens grosser Lastwagen, zieht uns in seinem Windschatten, das spart Zeit und vielleicht Benzin. Die Wettervorhersage mutiert, mangels Regen, zur Windvorhersage. Am weiten Horizont leuchten fast jeden Abend Gewitter, sie verlaufen sich aber meist weit weg. Mein zerrissener Badehosenboden stört niemanden, da niemand da ist.
Man weiss, dass die Zeit relativ ist, wie immer ging es plötzlich schnell gegen das Ende zu, und dieses Mal bin ich in der Zeit zurückgereist: die erste Woche fühlte sich an wie ein Monat, die ganzen drei Wochen waren kürzer. Nun sitze ich in einem Backpackers, habe den Sonnenuntergang nicht gesehen und vermisse den Sternenhimmel. Es fehlt mir Hermans Gitarrengesang und das Didgeridoo, heute Nacht werde ich anstatt von Krabben und Känguruhs, aufkommendem Wind oder Blitzen, höchstens von schnarchenden Backpackern geweckt. Aber verschweigen wir die Vorteile nicht: Strom, fliessendes Wasser, eine anständige Dusche, geräumiger Herd anstatt Gaskocher, der Supermarkt um die Ecke, Internet zu fast vernünftigen Preisen, Zivilisation, halt! Perth macht einen sehr schönen ersten Eindruck, und ich denke hier einen passenden Abschluss einer unglaublichen Zeit in Australien zu finden.
Last but not least: Juuu Jubel, Cupsieger!! Der Freudentanz im Internetcafe hat mir einige Sympathien eingebracht...
Dienstag, 20. März 2007
Time travels
Posted by
Mich Fuchs
at
11:20
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1 comments:
Immer wieder und immer wieder bin ich gespannt, was du Neues zu berichten weisst. Einfach faszinierend, aber eben, das mit dem Hai oder auch auch mit den Krabben, das wäre nicht so meine Sache gewesen. Apropos Cup-Sieg, Beobachter munkeln, dass Yves mindestens 10 Sekunden gestrahlt hätte! Gruss und machs gut.
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