
Besagten Inder habe ich wiedergefunden, aber nachdem dort die Grösse der Portionen und die Freundlichkeit inzwischen etwas abgenommen hatte, verbrachte ich schliesslich die meisten Mahlzeiten bei der Konkurrenz... deren Chefrausschreier (also der, der am lautesten ruft sobald ein Tourist am Restaurant vorbeiläuft) ist mir am dritten Abend in den Weg gehüpft, mir lauthals "sir, your dinner is ready!!!" entgegenheepend, und hat mich so lange weichgekocht, bis ich ihm versprochen habe am nächsten Abend nicht mehr nur vorbeizulaufen...
Die Insel Penang hatte in kolonialer Zeit eine herausragende Bedeutung, sie bildete den britischen (East India Company) Gegenpol zum holländischen Handelshafen Melaka etwas weiter südlich. Zeugnisse dieser Zeit findet man leicht zerfallend noch überall, einige Gebäude habe ich auch fotografiert (Bilder von Penang). Einmal haben mich Leute von der Unesco auf der Strasse für eine Umfrage belagert (zu siebt), ging darum, Penang zur World Heritage Area zu erklären. Ich ärgere mich immer noch, dass ich auf ihre Frage nach Verbesserungen in Georgetown nicht sofort die katastrophalen Trottoirs erwähnt habe, die von allem Möglichen und Unmöglichen vollgestapelt sind, so dass man auf den meist chaotischen Strassen laufen muss, wo sich schon Rikschas, Mopeds, Autos und Busse den Platz streitig machen. Dabei hätten sie mehr Lauben als Bern!
Am letzten Tag auf Penang bin ich mit einem 125er Scooter um die Insel gefahren und in einer 'Walderholungszone' in einem terrassierten Bach baden gegangen. Von der lokalen Dorfjugend angestachelt, habe ich mir bei einem ausgerutschten Saltoversuch die Nase blutig geschlagen, so viel zum Bild des ungeschickten Europäers:).
Der Gauner von Tankstellenwart hat mir den Tank gefüllt, nachdem ich halbvoll gesagt habe, die Gauner von der Vermietung haben sich geweigert, mir einige Ringgit für das Benzin zu geben, worauf ich auf die Gauneridee kam, den Tank per Schlauch halbleer zu machen (wahrscheinlich das erste Mal, wo ich ein Physikexperiment der Schule direkt im Alltag gebraucht habe:), das Benzin habe ich zu meinem Freund Mohamad Khan (dem Chefrausschreier) gebracht. Der liess sich von mir auch gleich noch in der Rushhour durch ganz Georgetown und wieder zurück chauffieren, dafür war das Nachtessen dann gratis, und die Milo Ice (kalte Schoggi) hatte extra viel Milch und Milo drin:).
Am heutigen regenreichen Tag bin ich in Bangkok angekommen, von wo aus ich in etwa zwei Monaten in die Schweiz zurückfliegen werde. Ich beschaffe mir hier das Visa für Vietnam und muss mich wohl langsam entscheiden, welche Route ich einschlagen will...
Dienstag, 1. Mai 2007
Penang
Posted by
Mich Fuchs
at
15:52
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2 comments:
Ciao Mike unglaublich wie Allain auf deine Funde abfährt! Aber ehrlich, jetzt bist du in einer Gegend angelangt, die ich definitiv von meiner Wunschliste gestrichen habe. Ja Neuseeland und Australien, das wäre schon was. We will see. Mach's gut. Gruss
Musste ja auch lange genug darauf warten, der Arme...
Auf geht's, Edi! Langsam ist der Nachwuchs ja aus dem Haus, oder? Also was hält dich noch zuhause, Karriere oder der Korbball-Ehrgeiz;)?
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