
Der Grenzübergang von Thailand nach Kambodscha hat den Ruf, der unfreundlichste in Südostasien zu sein. Zudem habe ich auf dem Internet einige ziemlich abgefahrene Stories gelesen, wie die Taximafia auf kambodschanischer Seite die Touristen ausnimmt, zum Beispiel bis zu drei Mal mit Ausladen im Niemandsland zum Nachzahlen erpressen. Auf der Busreise von Bangkok zur Grenze habe ich die Schotten Ben, Mark und Esme kennengelernt, welche von all dem nichts gehört hatten.
Nachdem die Thaiseite dem zweifelhaften Ruf gerecht wurde (ich wurde schier verhaftet weil ich die Emigration Card gefaltet hatte), mussten wir vier Franken "Tea Money" bezahlen, damit wir das Kambodscha-Visa erhielten. Zu Beginn der Verhandlungen wollten sie sogar mehr als zwölf.
Wie erwartet wurden wir auch sofort in Beschlag genommen von haufenweise Typen, die uns in Taxis stecken wollten. Einige davon behaupteten für die Regierung zu arbeiten, als Massnahme gegen die ganze Abzockerei, und meinten wir sollen keinem vertrauen, der uns zu etwas dränge. Das Taxi wollten sie aber dann trotzdem für uns organisieren. Nach einer Weile habe ich ihnen die Rolle abgenommen (sie sahen auch tatsächlich ehrlicher aus als einige andere), und wir haben uns in ein Taxi setzen lassen, das uns ohne Umwege, viel zu schnell über eine teuflische Holperstrasse (man munkelt Thai Airways bezahle die Regierung in Kambodscha, damit dies auch so bleibt) nach Siam Reap (der Stadt nahe Angkor) gebracht hat.
Ein Australier und seine Gruppe, welche ich an der Grenze traf (und warnte) hatten weniger Glueck, sie kamen etwa vier Stunden spaeter an, die Direktbuse von Bangkok aus haben die Tendenz möglichst lange herumzufahren, um dann die ermüdeten Touris vor dem höchstschmierenden Hotel abzuladen.
À propos Hotel, ich hatte zum ersten Mal seit Argentinien einen TV auf dem Zimmer, hatte nicht nur gute Auswirkungen;)...
Obwohl sich das Wetter sich seit Thailand nur unwesentlich gebessert hat, war Angkor ein beeindruckendes Erlebnis. In drei Tagen habe ich längstens nicht alle Tempel erkunden können (und wollen). Die Vorstellung, dass dies vor nicht ganz tausend Jahren alles zu einer einzigen Stadt gehört hat, mit einer Million Einwohnern, ist beinahe unfassbar. Heute entsteht eine neue Stadt; Foodstalls, Souvenirstände mit Kleidern, Schnitzereien und Gemälden, zahllose Kinder die Postkarten, T-Shirts und andern Kram (Holzflöten!?) verkaufen, sowie Landminenopfer als Musiker säumen die Strassen und Wege. Im Tempelinneren ist man glücklicherweise sich selbst überlassen, mit einer Bewegungsfreiheit wie sie in Europa in historischen Bauten undenkbar wäre.
Einige Bilder von Angkor Wat & Co hier, leider hat das Licht nicht ganz mitgespielt.
Morgen reise ich in den Süden von Laos, komme aber wohl noch einmal durch Kambodscha auf dem Rückweg.
Freitag, 11. Mai 2007
Angkor
Posted by
Mich Fuchs
at
16:19
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