Samstag, 6. Januar 2007

East Cape bis Nelson


Die Umrundung des East Capes der Nordinsel war von der Landschaft her ein grosser Höhepunkt. Sylvester habe ich mit einigen netten Kiwis am Strand verbracht, mein Plan morgens am östlichsten Punkt den Sonnenaufgang zu verfolgen fiel allerdings meiner Müdigkeit und dem nicht sehr guten Wetter zum Opfer. Ich habe die schottischen Highlands in Neuseeland wiedergefunden, auf der Mahia Peninsula. Der Regen kommt von der Seite, und die Zelte auf dem Campingplatz waren nach einem Tag alle weggeblasen oder abgebaut. Dagegen habe ich mein Auto am windigsten Platz hingestellt und mich vom Wind in den Schlaf wiegen lassen. Bilder vom East Cape und Mahia hier.
Die Hauptstadt Wellington habe ich nur gestreift, bin aber zum ersten Mal seit Auckland wieder in einem Backpackers übernachtet. Um drei Uhr morgens hat die Türklingel sturm geläutet, und da sich offenbar sonst niemand angesprochen fühlte bin ich nach einiger Zeit aufgestanden um nachzuschauen, wer mir den Schlaf rauben will. Nachdem ich sah, dass es eine Frau war, habe ich die Türe geöffnet, was sich als Fehler herausstellte, da sie offenbar obdachlos und ziemlich durchgedreht war. Schliesslich musste ich einsehen, dass wir (inzwischen waren auch andere wach) sie nicht zum Gehen überreden konnten, und mir blieb nur übrig, sie vor die Türe zu stellen - extrem unerfreuliche Episode.
Ich habe meinen ersten kleinen Unfall gebaut, bin aber mit einigen Kratzern und einem kaputten Blinker davongekommen, gestreift habe ich in der viel zu engen Kurve des Kieswegs einen Bootsanhänger. Ich war wohl etwas zu schnell unterwegs, von daher war der Schreck bestimmt nicht ohne Sinn, habe ich doch seither wieder mehr Respekt vor der Strasse.
Im berühmten Abel Tasman National Park habe ich ein Water Taxi genommen um an einer Stelle auf dem Küstenweg abgeladen zu werden und zum Auto zurücklaufen zu können. Die Strände dort haben etwas karibisches, mit ihrem weissen Sand und dem türkisen Wasser. Einige Stellen kann man nur bei Ebbe durchqueren, so musste ich meinen Rucksack für etwa hundert Meter über meinem Kopf durch das bauchhohe Wasser tragen, war recht lustig bis auf die scharfen Muscheln unter meinen Füssen.
Bilder von der Überfahrt und dem nördlichsten Teil der Südinsel hier.