Samstag, 20. Januar 2007

Free Air


Man muss sich nur laut genug beklagen - die letzten fünf Tage waren regenfrei und ich habe endlich einige Hügel in der Umgebung von Wanaka erklommen. Zuerst sind wir (Joanna war dabei) den relativ bekannten Rob Roy Path gelaufen, von dessen Ende aus man eine recht spektakuläre Sicht auf Gletschter und Wasserfälle hat. Da der Weg mitten im Hang zu Ende geht, bin ich einem Schafspfad entlang noch etwas weiter den Berg hochgerannt, habe aber die Passhöhe trotzdem nicht in nützlicher Frist erreichen können - geht mir schwer gegen den Strich, auf halber Höhe umzukehren.
Am nächsten Tag bin ich aufgebrochen, um die "Hügelkette" neben dem Zeltplatz zu erkunden... Nach vier Stunden, über 1000 Höhenmeter, einem ersten Gipfel von 1630m und einem schier endlosen Auf und Ab entlang dem Grat mit einem Hungerast erreichte ich knapp vor dem Kollaps den 1580m hohen Roy's Peak. Natürlich hätte ich mehr Wasser trinken, vorher eine Rast einlegen, Nahrung zu mir nehmen müssen. Ja eh, aber wenn's der Gring nicht zulässt...
Die zwei besten Nutellasandwiches und den besten Apfel meines Lebens später ging's mir schon besser, wagte mich jetzt auch kurz die Augen zuzumachen, und eine halbe Stunde danach begann ich mit dem nicht mehr schweren Abstieg auf einer anderen Route.
Am nächsten Tag habe ich mich, aus unerfindlichen Gründen, so wenig wie möglich bewegt und ihn am zeltplatzeigenen Pool verbracht.
Mein Auto ist ebenfalls leicht fussmüde, dem ersten Platten folgte eine gerade noch rechtzeitige Warnung, dass der eine Reifen nur noch sehr kurz zu leben hatte, die Stahlstreifen waren schon sichtbar. Ausserdem habe ich den Deckel zum Öltank verloren, und komische Quietschgeräusche gibt die liebe Karre seit neustem auch von sich... der Blinker ist repariert, allerdings wollte mir der Bossmechaniker schier an den Kragen, als ich anzumerken wagte, dass 60.- für die Blinkerabdeckung vielleicht etwas happig sind. Naja, der Hilfsmechaniker und ich blieben dafür freundlich.
Ich hatte schon seit Argentinien vor, in Queenstown einen Bungy Jump zu machen. Nachdem ich verächtlich naserümpfend den "Original"-Sprung von 43m an der Kawarau Bridge betrachtet habe bin ich zum Nevis Highwire gefahren, 134m hoch, um mich einer echten Herausforderung zu stellen ;). Schaut euch das (sorry, nach einiger Bearbeitung nicht extrem gute) Video hier an. Der Absprung selbst war nicht wirklich schwer, eine Sekunde später schlug mir das Herz aber im Hals, mit einem riesigen Adrenalinschub und der Ungläubigkeit was ich da gerade mache. Ich bin begeistert von der Erfahrung, und würde es eher wiederholen als das Paragliding. Die Infopage zum Bungy Jumping hier, wobei die 8.5 Sekunden freier Fall beim Nevis Highwire Blödsinn sind, sind vielleicht drei bis vier.
Ich gehe wohl bald nach Christchurch, um mich dem Verkauf des Autos zuzuwenden (auf der ebay-Variante Neuseelands versuche ich's schon) und eventuell ein paar Spiele des Australian Open im TV mitzukriegen.
Die gebirgige Region um Wanaka und Queenstown lassen einige Erinnerungen an die Schweiz aufkommen, und auch das Leben in Neuseeland hat einige Parallelen zur Schweiz... die meisten Sachen sind etwa gleich teuer, die Menschen leben wie auf einer Insel ;) und die Regeln einzuhalten ist sehr wichtig. Letzteres kann auch schon mal lästig sein, und heute habe ich mit leichtem Verdruss einen neuen Höhepunkt der Kontrollsucht erlebt, in einer Toilette, die auf Knopfdruck zeitlich in der Anzahl begrenzte Portionen WC-Papier spendet...
Bilder von den Wanderungen gibt es hier.

1 comments:

Anonym hat gesagt…

hoffentlich ist dir auf dem wc nicht die geduld ausgegangen!
auf den einsatz von html tags verzichte ich ausnahmsweise...
gruss yves