Eine Flugstunde hat gereicht, um vom verschlafenen Laos (letzte Bilder aus dem Norden) in eine andere Welt zu gelangen. Hanoi ist auf seine Art hektischer als Bangkok, ein einziger Ameisenhaufen. Die Huperei auf den Strassen erreicht immer wieder den Sättigungspunkt, wo jedes weitere Hupen untergeht und Sinn und Zweck verliert. Die Stadt hat, so habe ich gehört, drei Millionen Motorräder, ich glaube sie in den drei Tagen hier alle mindestens einmal gesehen zu haben. Entsprechend wird man hier nicht mit 'Tuktuk?' angesprochen, sondern mit dem unaufhörlichen 'Motorbike?'. Die Ampeln haben eine rein dekorative Funktion, was das Überqueren der Strasse zum Abenteuer für sich macht. Der nervenaufreibende Trick dabei ist, langsam und stetig zu laufen, damit die Autos und Motorräder deine Position gut einschätzen können und einen (kleinen) Bogen um dich machen.
Trotzdem besitzt die Stadt für mich einen unterschwelligen Charme, der die Unannehmlichkeiten beinahe aufzuwiegen vermag. Heute abend gehe ich weiter, mit dem Nachtzug Richtung Süden.
Ich habe eine zweitägige Bootstour zur Halong Bay gebucht, offenbar lässt dies kein einziger Besucher Hanois aus, weshalb das Ganze unbeschreiblich tour-istisch ist. Die dreitausend Kalksteininseln in der Bucht erzeugen aber eine mythische Stimmung, der Sonnenuntergang auf dem Boot (Bilder hier), sowie ins Meer zu springen vom Dach der Dschunke aus, haben den Trip für mich zu einer sehr schönen Erfahrung gemacht - trotz einer Nacht mit Karaoke (betrunkene Vietnamesen können definitiv nicht singen), Kakerlaken, und zu wenig Strom und Wasser. Unglaublicherweise habe ich sogar einige Dollars zurückerhalten von der Reiseagentur, nachdem ich diese Missstände beklagt habe. Vietnam scheint generell seine elektrischen Probleme zu haben, letzte Nacht hatte mein Hotel keinen Strom, womit diese ventilatorfrei so richtig heiss wurde.
Ich habe wieder Skorpione gefunden, beziehungsweise sie sind mir über den Weg gelaufen, in einer Schüssel und einem Netz einer Vietnamesin. Wenn ich die Zeichensprache richtig verstanden habe essen sie diese Skorpione! Vielleicht kann Alain Auskunft geben wie sie schmecken, ich hatte gerade keine Lust sie zu versuchen.
Donnerstag, 7. Juni 2007
Hanoi
Posted by
Mich Fuchs
at
08:22
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1 comments:
Juhu,
Genau, Skorpione werden häufig gegessen in dieser Region. Vor allem die grossen Schwarzen (Gattung Heterometrus), welche nur schwaches Gift haben, dafür aber grosse Scheren, welche mit nährreicher Muskelmasse gefüllt sind. Ich habe aber auch noch nie probieren können.
Gruss Alain
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